Erkenne Dich selbst

"Andere erkennen ist weise.
Sich selbst erkennen,
ist Erleuchtung.

Andere beherrschen
erfordert Kraft.
Sich selbst beherrschen,
erfordert Stärke."

(Laotse)

Misserfolge?

"Für die meisten Menschen sind Misserfolge Ereignisse, die sie völlig demotivieren, an ihren Kräften zehren und sie in ihren Zielen weit zurückwerfen. Schlimmer noch, sie sind sogar in der Lage, ihre ganzen Träume wie zarte Seifenblasen platzen zu lassen! Das muss und darf nicht sein!

Ein Misserfolg wird erst dann zum Misserfolg, wenn Du das Resultat bewertest. Werte nie! Misserfolge sind genauso Ergebnisse wie Erfolge. Lerne daraus und vermeide es, dasselbe Resultat ein zweites Mal zu produzieren!

Dein ganzes Leben besteht aus lauter "go, no-go" Ergebnissen. Schon als Du laufen lerntest, war das so. Hast Du nach dem 100. Mal aufgegeben und gesagt:"Ich lerne das nie?" Kaum, sonst würdest Du heute noch Deine Knie wundschürfen und herumkriechen und krabbeln! Du hast es ein 101. und 102. Mal versucht, bis es klappte.

Folgende Einstellung hilft Dir, selbst aus "Misserfolgen" Kraft zu schöpfen:
"Betrachte jedes Ergebnis als ein neutrales Resultat, eine ausdrückliche und wertvolle Investition in Dein Leben und Wachsen. Nimm es dankbar an, denn es bringt Dich weiter."

Die gefragtesten Leute sind Menschen mit Erfahrung. Erfahrungen aber sind nichts Angelerntes, sondern Erlebnisse mit Lerninhalt!"

(Franz X. Bühler "Vom Kopf ins Herz)

 

 

Einander erkennen

"Es ist nicht allein wertvoll,
dass zwei Menschen einander erkennen,
es ist von großer Wichtigkeit,
dass sie einander zur rechten Zeit finden
und miteinander tiefe und stille Feste feiern,
in denen sie zusammenwachsen in ihren Wünschen,
um gegen Stürme geeint zu sein."

(Rainer Maria Rilke)

Leidenschaft

"Im allgemeinen werden Etiketten wie "gut" und "schlecht", "schön" und hässlich", mit denen wir die Dinge rund um uns kennzeichnen, von unserer Begierde bestimmt. Wir nennen das "gut", was wir lieben, und das "schlecht", was wir verabscheuen. Das alles sind Erfindungen unseres eigenen Geistes. Würde Schönheit im Objekt selbst existieren, würden uns alle unweigerlich dieselben Wesen und Dinge ansprechen.

Im Zustand leidenschaftlicher Liebe scheint uns der Mann oder die Frau, die wir begehren, in jeder Hinsicht vollkommen, unveränderlich und wert, auf ewig geliebt zu werden. Jede Facette der Persönlichkeit des begehrten Wesens besitzt eine außergewöhnliche Strahlkraft. Wir können uns nicht vorstellen, ohne diesen Menschen leben zu können.

Rufen Sie sich in Erinnerung, dass alles ständig in Fluss ist und Kategorien wie "gut" und "angenehm" nichts als Erfindungen unseres Geistes sind. Stellen Sie sich vor, dass diese Person etwas tut, was nicht im Geringsten mit dem Idealbild, das Sie von ihr haben, übereinstimmt. Dann kann das, was wir als bewunderswert empfinden, durch ein Wort oder eine Geste, und sei sie noch so unbedeutsam, von einem Moment auf den anderen seine Anziehungskraft verlieren.

Unterscheiden wir zwischen echter Liebe und Anhaften. Im Idealfall erwartet echte Liebe keine Gegenleistung und hängt nicht von den Umständen ab. Anhaften hingegen kann sich je nach den Ereignissen und Gefühlen verändern. Eine Liebesbeziehung kann nur dann authentisch und dauerhaft sein, wenn die Wahl unseres Partners nicht nur auf physischer Anziehung beruht, sondern auch auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen."

(Dalai Lama: Ratschläge des Herzens)

Bleiben oder Veränderung

Im "Faust" lässt Johann Wolfgang von Goethe seinen Protagonisten sagen:

"Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
die eine will sich von der andern trennen:
Die eine hält in derber Liebeslust
sich an die Welt mit klarmmernden Organen;
die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
zu den Gefilden hoher Ahnen."

So geht es vielleicht uns allen in unterschiedlichsten Situationen. Da widerstreiten die Gefühle von Bleiben und Veränderung. Ich habe von Bernard Glassmann Roshi einen dazu passenden, kleinen Text gefunden.

"Im Englischen gibt es eine interessante Redensart über Pferde:
Am besten reitet man das Pferd in die Richtung, die es einschlägt.

Wir haben kaum eine andere Wahl. Der eingeschlagenen Richtung zu folgen, bedeutet, völliges Einverständnis mit dem, was ist, ohne auf das Handeln zu verzichten. Völliges Einverständnis ist keineswegs passiv. Akzeptieren Sie die Situation und verändern Sie sie. Wir müssen sie sogar verändern. Wir haben gar keine andere Wahl, denn das Leben ist nichts anderes als Veränderung.....
Veränderung ist nichts anderes als das Leben selbst."

(Bernard Glassmann Roshi)

Unsere wahre Natur

"Ich bin überzeugt, dass wir in unserem tiefsten Inneren weder töten noch vergewaltigen, noch stehlen, noch lügen, noch andere negative Handlungen begehen wollen und dass wir alle der Liebe und des Mitgefühls fähig sind.

Wir müssen uns nur bewusst werden, welch wesentliche Rolle spontane Zuneigung in unserem Leben spielt, schon von Geburt an. Ohne sie wären wir schon lange nicht mehr am Leben.

Wir brauchen nur zu beobachten, wie gut es uns tut, wenn uns die Liebe der anderen umgibt oder wenn wir selbst Liebe in uns fühlen, und wie schlecht wir uns in unserer Haut fühlen, wenn uns Zorn oder Hass entgegenschlägt.

Liebevolle Gedanken und Handlungen wirken sich ganz eindeutig positiv auf unsere psychische und körperliche Gesundheit aus, denn sie entsprechen unserer wahren Natur."

(Dalai Lama: "Ratschläge des Herzens")

Licht ist Leben

In der Umgangssprache verstehen wir unter Licht meist nur die Ausstrahlung einer Lichtquelle, wie z.B. der Sonne oder einer Lampe. Wir wissen, dass Licht zum Sehen notwendig ist, dass es uns fröhlich machen kann und dass die Sonnenwärme, die vom infraroten Lichtanteil ausgeht, Körper und Seele guttut.

Dass Licht auch in feinstofflicher, (scheinbar) unsichtbarer Form existiert und alles im Universum durchströmt und belebt, wussten seit alters her in erster Linie die Mystiker. Mittlerweile ist dieses Wissen auch Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung geworden und verbreitet sich zumindest auch in der spirituellen "Kultur". Eine der zentralen Erkenntnisse lautet:

"Das, was wir als Materie kennen, ist verdichtetes Licht, bzw. verdichtete Energie."

Dieses Wissen findet in vielen praktischen Dingen und Anwendungen seinen Ausdruck.

Sensitive Menschen und alternativ-wissenschaftliche Forscher bezeichnen unsere Spezies häufig als Lichtwesen oder sehen diesen Zustand als unser Entwicklungsziel. Der Forscher und Wissenschaftler Prof. Popp, Leiter des Instituts für Biophysik in Kaiserslautern, bezeichnet uns Menschen z.B. als "Lichtsäuger". Damit macht er deutlich, dass die Aufnahme von Licht-Energie weit wichtiger und essentieller für den menschlichen Körper ist, als die physische Nahrung. Prof. Popps Erkenntnis, dass im Körper Licht in Form von sog. Biophotonen gespeichert ist und u.a. zur Kommunikation der Zellen dient, macht den Begriff "Lichtwesen" auch physisch gesehen nachvollziehbar.

"Es sieht so aus, dass das, was die Wissenschaft am Ende ihrer Forschung erkennt, genau das ist, was die Mystiker von Anfang an erkannt haben. So offenbart sich dem Menschen immer wieder dieselbe Wahrheit."
(Hazrat Inayat Khan)

(Auszüge aus https:/www.sein.de/licht-ist-leben)

Spiritualität

Ausdrucksformen der Spiritualiät findet Ihr u.a.

Warum in der Adventszeit dieser Text?

Der Advent ist fest im christlichen Glauben verwurzelt. Aber wenn wir uns die Ausdrucksformen der Spiritualität anschauen, so sind die Werte in unserem gesamten Sein zu finden. Ist es nicht wert, in dieser besinnlichen Zeit einmal ein wenig innezuhalten und darüber nachzudenken?

(Auszüge aus wiki.yoga-vida.de)

Einander kennen lernen

Jeden Tag begegnen wir einer Reihe von Menschen, die sofort wieder aus unserem Blickfeld verschwinden. Andere werden Bekanntschaften, und Wenige werden tatsächlich Freunde.

Welche Magie ist dahinter verborgen, dass wir irgendwann sagen können:"Ja, das ist ein Freund!"

Es ist zum einen entscheidend, welchen GRAD VON OFFENHEIT beide Personen zu geben bereit sind. Können sie offen und vertrauensvoll mit einander über vieles reden - vielleicht sogar über alles?

Weiterhin spielt das MAß VON VERTRAUEN eine Rolle, in wieweit Beide "auf einander bauen" können. Ist das Bewusstsein, dass die Freundschaft unverbrüchlich ist, ausgeprägt vorhanden?

OFFENHEIT und VERTRAUEN entstehen durch Kommunikation und die Erfahrung aus dem Umgang mit einander.

Ein Prüfstein sind die Momente, in denen es zu Missverständnissen oder anderen Diskrepanzen kommt.

Diese Momente können eine Freundschaft geradezu vergolden!

Jeder Konflikt birgt die Chance in sich, den anderen besser kennen zu lernen, neue Seiten zu entdecken, eigene Anschauungen zu überdenken, die eigene Toleranz zu stärken.

Wenn diese Chancen erkannt und genutzt werden, kann die Freundschaft auf eine neue Stufe gehoben und noch inniger und tiefer werden.

(Karin Schütt)

Deine Worte werden zu Deiner Wahrheit

Kennt Ihr das? Ihr macht etwas, es unterläuft Euch ein Fehler oder das Ergebnis entspricht nicht Euren Erwartungen, dann sagt Ihr vielleicht zu Euch: "Ich bin ja dumm" oder "Schon wieder hast Du gepatzt" oder "Ich bin solch ein Depp" oder "Typisch, mir gelingt auch gar nichts!"

So reden wir manchmal mit dem wichtigsten Menschen in unserem Leben - mit uns selbst! Wir schimpfen, machen uns nieder, geben unserem Selbstbewusstsein einen Tritt und benehmen uns uns selbst gegenüber, wie wir es nie zu unseren Mitmenschen tun würden. Was - um alles in der Welt - bewirken wir damit?

Wollen wir unsere Motivation steigern? Dann müssten wir uns für jede noch so klitzekleine Kleinigkeit loben. "Lob ist das Vitamin der Leistung" hörte ich im Beruf. NIEDERmachen bewirkt nur Frust und AM BODEN LIEGENDE Selbstwertgefühle.

Macht doch einfach mal den Versuch und findet positive Worte an Euch selbst. "Das mache ich gut!" "Ich schaffe es!" "Ich bin wirklich liebenswert!" "Ich gefalle mir!" "Ich bin stark!" Die Möglichkeiten sind endlos.

Deine Worte - zuerst noch etwas ungewohnt - werden zu Deiner Wahrheit und die Prophezeiung erfüllt sich selbst.
EINFACH TUN!

(Karin Schütt)

Kraft von außen

Das Leben gibt uns immer wieder neue Lernaufgaben und stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen.

Allem mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen, ermöglichen uns die Kräfte, die tief in unseren Herzen wohnen:

:-)Selbstvertrauen - "ich schaffe es" und
:-)Zuversicht - "es wird alles gut gehen, gut werden."

Und dann gibt es noch die Menschen - liebe Freunde, Euer Partner oder Eure Kinder - die Euch die Kraft aus IHREM Inneren geben, wenn sie sagen
"ICH GLAUBE AN DICH!"

Das strömt als wohliges Gefühl des Getragenseins, des Zutrauens, der liebevollen Wertschätzung in Dein Herz und lässt Deine Kraft wachsen und sich potenzieren.

Möge Dir jemand diese Erfahrung schenken.

(Karin Schütt, 23.11.2017)

Das Gegenüber

"Am Anfang einer Liebe wird die Sehnsucht entfacht: Den anderen kennen lernen zu wollen und zusammen immer wieder Schönes zu erleben! Wir haben es mit einem einzigartigen Wesen zu tun, das wir aus der Tiefe unseres Herzens lieben lernen.

Erinnern Sie sich noch, warum Sie
gerade dieses Gegenüber gewählt haben?

Wenn wir eine glückliche Liebe leben wollen, bewahren wir uns die Vorfreude aufeinander. Denn nichts an unserem Gegenüber in einer Partnerschaft ist selbstverständlich!

Lassen wir dem anderen seine Laster und seine "Unmöglichkeiten". Lassen wir uns gegenseitig Freiräume für diese Eigenheiten. Als wahrer Freund können wir wohlwollend und ehrlich Kompromisse schließen.

Feiern wir die Seiten am anderen, die wir immer wieder schätzen und - die uns verrückt vor Freude machen!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt - ein Reiseführer durchs Leben")

 

 

Glaube an das Unmögliche, und das Unmögliche wird wahr

"In unserem Sprachverständnis ist das Wort "unmöglich" absolut und scheint keinen Ausweg zuzulassen. Wirklich? Ist es nicht vielmehr genau umgekehrt? "Unmöglich" hat auch das Wort "möglich" drin! Und die Silbe "Un" steht fast immer nur für "so nicht"! Es heißt also nicht "unmöglich", sondern "so-nicht-möglich".

Das ist aber das pure Gegenteil! Es bedeutet: "Es gibt immer einen Weg. Du hast ihn nur noch nicht gefunden."

Vielleicht fehlt Dir nur noch die feste Überzeugung, dass Du es wirklich schaffst? Dann frage Dich:" Was kannst Du heute tun, um Deine Überzeugung in das 100%ige Gelingen zu stärken? Mental? Aktiv durch Handeln?"

Ist es nicht toll zu wissen, dass auch andere Menschen vor Dir schon in der gleichen oder einer ähnlich verzwickten Situation waren und dass auch sie es schafften? "Alles, was je ein Mensch geschaffen hat, kannst Du auch erreichen. Weil Du mit den genau gleichen Rezepten und Gesetzen arbeitest, wie alle anderen auch!"

(Ralph Krueger aus:“Vom Kopf ins Herz“, Franz X. Bühler)

 

 

Die Gegenwart allein ist wahr

"Die Gegenwart allein ist wahr und wirklich: Sie ist die real erfüllte Zeit, und ausschließlich in ihr liegt unser Dasein.

Daher sollten wir sie stets einer heitern Aufnahme würdigen, folglich jede erträgliche und von unmittelbaren Widerwärtigkeiten und Schmerzen freie Stunde mit Bewusstsein als solche genießen, d.h. sie nicht trüben durch verdrießliche Gesichter über verfehlte Hoffnungen in der Vergangenheit oder Besorgnisse über die Zukunft.

Denn es ist durchaus töricht, eine gute gegenwärtige Stunde von sich zu stoßen oder sie sich mutwillig zu verderben aus Verdruss über das Vergangene oder Besorgnis wegen des Kommenden."

(Arthur Schopenhauer)

Verzichte auf Sicherheiten

"Wenn Du nur sagst, was Du ganz sicher weißt,
nur machst, was Du ganz sicher kannst,
nur gehst, wenn Du Dich ganz stark fühlst,
etwas nicht wagst, weil andere es besser können,
bleibst Du stehen,
engst Dich ein,
machst Dich klein,
bringst Dich um.

Verzichte auf Sicherheiten, die es nicht gibt,
glaube an Dich, wage zu leben!"

(Max Feigenwinter)

Ein Traum

"Alles, was Körper, Geist und Seele bewusst erlebt haben, wird im Unterbewusstsein durch den Schlaf geordnet und gespeichert. Im Traum tritt dabei unser Bewusstsein und Unterbewusstsein in Wechselwirkung. Erlebtes wird verarbeitet, Sachverhalte und Erkenntnisse werden geklärt, Signale ans Bewusstsein gesendet. So können wir im Bewusstsein auf die Ergebnisse unserer Intuition bauen. "Lass mich nochmal drüber schlafen" heißt: Lass mein Unterbewusstsein seinen Beitrag dazu leisten!

Träume sprechen in Bildern zu uns, die wir seit Urzeiten kennen, intuitiv sozusagen. Allerdings müssen wir uns die Mühe machen, ihnen aufmerksam "zuzuhören". "Träume sind Schäume", weil sie sogleich wieder weg sind. Wenn wir nicht gezielt hinsehen, sie am besten kurz notieren, verschwinden sie ins Unterbewusstsein, und wir können sie bewusst nicht nutzen.

Nur ein kleiner Teil unseres Gehirns wird auf das Bewusstsein verwendet. Entschlüsseln wir die rätselhafte Sprache unserer Träume, lernen wir von unserem Unterbewusstsein. Wir stärken unser Bewusstsein durch mehr Erfahrungswerte, kommen mit uns ins Reine, fassen bessere Entscheidungen. Diese Bewusstseinserweiterung gibt uns Sicherheit, Ruhe, ein Stück Gelassenheit!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti:
"Heute, hier, jetzt - Ein Reiseführer durchs Leben")

An alle

"Wir müssen nicht erst lange nachdenken, um festzustellen, dass alle Wesen von sich aus nach dem Glück streben und Leiden vermeiden wollen. Sie werden nicht einmal ein Insekt finden, das nicht alles tun würde, um dem Leiden zu entkommen. Die Menschen besitzen darüber hinaus die Fähigkeit zur Reflexion. Mein Ratschlag besteht darin, diese Fähigkeit weise einzusetzen.

Lust und Leid beruht auf sinnlicher Wahrnehmung und innerer Zufriedenheit. Für uns (Buddhisten) ist die geistige, die innere Zufriedenheit das Wichtigste. Sie ist das, was den Menschen ausmacht. Die Tiere sind, sieht man von einigen Ausnahme ab, dessen nicht fähig.

Diese Zufriedenheit zeichnet sich durch innerlichen Frieden aus. Sie wurzelt in Großzügigkeit, Ehrlichkeit und in dem, was ich moralisches Verhalten nenne, das heißt, in einem Verhalten, welches das Recht auf Glück der anderen Menschen achtet."

(Dalai Lama: "Ratschläge des Herzens")

Es gibt keine Zufälle

Achtung: der heutige Tag könnte als einer der spannendsten und interessantesten Tage in Deine Lebensgeschichte eingehen. Du sollst Dich nämlich entscheiden: "Gibt es wirklich Zufälle oder gibt es sie nicht?" Du brauchst nicht sofort mit JA oder NEIN zu antworten. Vielleicht hilft Dir folgende Erkenntnis weiter:

Dank intensiven Forschungen auf dem Gebiet der Quantenphysik können Wissenschaftler heute beweisen: "Es gibt keine Zufälle. Was es gibt, sind Ereignisse, deren Zusammenhang wir, mit einer irgendwann gesetzten Ursache im Moment des Eintreffens, nicht bewusst nachvollziehen können!"

Das ist verblüffend! Wenn es definitiv keine Zufälle gäbe, könntest Du aus Deinen Erlebnissen und Erfahrungen rückschließen, dass es irgendwo in Deinem Leben und damit in Deinem Supercomputer namens Gehirn bestimmte Speicherinhalte geben muss. Diese ziehen Dinge an, die Du vielleicht nicht magst, die Du anders haben möchtest.

Fange jetzt an und beobachte gespannt die "Zufälle" in Deinem Leben. Lasse Dir Zeit. Vielleicht brauchst Du über 50 "Zufälle", bis Du Dir widerwillig eingestehen musst: "Es gibt keine Zufälle!"

Frage: "Was ist Dir in letzter Zeit zufällig passiert?"

(Franz X. Bühler: "Vom Kopf ins Herz")

Du bist so jung wie Deine Zuversicht

"Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt, sie ist ein Geisteszustand.
Sie ist Schwung des Willens, Regsamkeit der Phantasie, Stärke der Gefühle, Sieg des Mutes über die Feigheit, Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit.

Niemand wird alt, weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat.
Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.

Mit den Jahren runzelt die Haut,
mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.
Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, Angst und
Hoffnungslosigkeit, das sind die langen, langen Jahre, die
das Haupt zur Erde ziehen und den aufrechten Geist
in den Staub beugen.

Ob siebzig oder siebzehn,
im Herzen eines jeden Menschen wohnt die Sehnsucht nach dem Wunderbaren,
das erhebende Staunen beim Anblick der ewigen Sterne und der ewigen Gedanken
und Dinge, das furchtbare Wagnis, die unersättliche kindliche Spannung, was der
nächste Tag wohl bringen möge, die ausgelassene Freude und Lebenslust.

Du bist so jung wie Deine Zuversicht, so alt wie Deine Zweifel,
so jung wie Deine Hoffnung, so alt wie Deine Verzagtheit.

Solange die Botschaft der Schönheit, Freude und Größe der Welt, des Menschen und des Unendlichen, Dein Herz erreichen, solange bist Du jung. Erst wenn die Flügel nach unten hängen und Dein Herz vom Schnee des Pessimismus und vom Eis des Zynismus bedeckt ist, dann erst bist Du wahrhaftig alt geworden."

(Albert Schweitzer
1875 - 1965)

Über Beziehungen

(http://www.wege-zum-inneren-wachstum.de/12.html)

Nutzen Sie Ihre Vorbehalte

Menschen tun viel, um die Beklemmungen zu vermeiden,
die sich einstellen, wenn man etwas Neues ausprobiert.

Die gute Nachricht ist, dass sich diese Vorbehalte schnell
vermindern lassen, wenn man sie bewusst nutzt:

Anfangs ist die Welle stark, aber je länger man surft,
desto mehr verliert sie an Kraft.

"Alle Veränderungen, auch die zum Besseren, sind immer mit Unbehagen und Rückschlägen verbunden."

(Arnold Bennett)

Wohin ich meine Energie richte....

Hört Ihr auch immer wieder "das kann ich nicht" oder "das schaffe ich nicht mehr"?  Wir lenken allzu oft unsere Gedanken in eine Richtung, die ich als entsagend, aufgebend bezeichnen möchte. Die Aussagen implizieren, dass man sich selbst als nicht mehr vollständig, als unzureichend empfindet. Das Perfide daran ist, dass jedes Mal, wenn solch eine Haltung eingenommen wird, sich der Gedanke so verselbständigt, dass er ein Teil von uns wird. Das heißt, wir stärken den Gedanken so in uns, dass er sich ausbreiten kann und unser Handeln bestimmt.

Doch es geht auch andersrum. Fragen  wir uns doch einfach zuerst einmal, WAS wir können. Vielleicht sind wir empathische Zuhörer, vielleicht lieben wir es, hilfsbereit zu sein, vielleicht fallen uns Geschichten ein, die wir gern aufschreiben möchten, vielleicht haben wir Spaß am Malen, vielleicht sind wir einfach gern mit Freunden zusammen, vielleicht treiben wir gern Sport.

Bei allen vielfältigen Möglichkeiten ist entscheidend:
"Was möchte ich?"
"Was macht mir Freude?"
"Wie kann ich es anstellen?"
"Welches Talent kann ich entwickeln?"
"Was brauche ich dazu?"
"Mit wem kann ich es evtl. gemeinsam machen?"

Das lenkt den Blick nach vorn, gibt neue Impulse, macht neuen Mut, weist einen Weg aus der NIEDERgeschlagenheit in die AUF-Richtung.

Viel Freude dabei!

Das Leben vollzieht sich nicht..

.."an der Oberfläche,
sondern im Verborgenen.

Es kommt nicht auf die äußere Schale
der Dinge an,
sondern auf ihren inneren Kern,

und Menschen erkennt man nicht
an ihren Gesichtern,
sondern an ihren Herzen."

(Khalil Gibran)

Segen sei mit Dir

"Segen sei mit Dir,
der Segen strahlenden Lichts.
Sonnenschein leuchte Dir
und erwärme Dein Herz,
bis es zu glühen beginnt.

Aus Deinen Aigen strahle
gesegnetes Licht
wie Kerzen in den Fenstern
Deines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wem Du auch begegnest,
wenn Du über die Straßen gehst,
ein freundlicher Blick
von Dir möge ihn treffen."

(Irischer Segenswunsch)

Alt ist, wer an der Vergangenheit mehr Freude hat, als an der Zukunft (J. Knittel)

♥"Um alt zu werden, darf man keine Grundsätze haben." (Börne)
♥ "Woran man erkennt, dass man alt wird? Wenn man aufhört, zu hoffen und anfängt, sich zu erinnern." (Sanders, Sammlung)
♥ "Nichts macht schneller alt, als der immer vorschwebende Gedanke, dass man älter wird." (Lichtenberg, vermischte Schriften)

Was glaubst Du: Ist Alter eine Frage von Jahren oder von Deiner Einstellung? Ist es eine Frage von Aussehen oder innerem Feuer? Kennst auch Du Menschen, die mit 30 schon alt sind, deren Feuer der Leidenschaft erloschen ist, die sich so fühlen und aussehen wie sie ihren Alltag sehen - alt und grau? Die treffende Meinung vieler ist: "Man ist so alt, wie man sich fühlt". Richtig!

Wie alt fühlst Du Dich?
Egal, was Deine Antwort ist. Es ist nie zu spät!

Entschließe Dich JETZT, im Geiste jung und vital zu sein und zu bleiben, überlege Dir, wie Du das ab heute umsetzen kannst - und Dein Körper wird Dir folgen!

(Franz X. Bühler "Vom Kopf ins Herz")

 

 

Aber es ist oft ein langer Weg,

.......sich mit all dem auszusöhnen, was wir in uns entdecken. 

Je intensiver wir mit anderen zusammenleben, desto stärker entdecken wir unsere Schattenseiten, verdrängte Bedürfnisse, unterdrückte Gefühle. Wir können nie endgültig sagen, dass wir uns angenommen haben.

Es ist ein lebenslanger Prozess. Immer wieder entdecken wir Seiten an uns, die uns ärgern und über die wir enttäuscht sind.

Wenn es jemand fertigbringt, sich mit seiner Geschichte auszusöhnen, dann wird er auch erkennen, dass alles einen Sinn hatte.

Auch das Schwere war nicht sinnlos. Es befähigt ihn jetzt, auf andere Weise zu leben, sensibler, intensiver, dankbarer und offener für die Menschen. Die Wunden werden, sobald wir uns mit ihnen aussöhnen, zu Quellen des Segens für uns und für andere.

(Anselm Grün "Du bist wertvoll")

Das Glück des Menschen

"Das Glück des Menschen - ich habe seine tiefsten Gründe gesucht,
und das habe ich herausgefunden:

Der Grund liegt nicht im Geld oder Besitz oder Luxus,
nicht im Nichtstun oder Geschäfte machen,
nicht im Leisten oder Genießen.

Bei glücklichen Menschen fand ich immer
tiefe Geborgenheit als Grund,
spontane Freude an kleinen Dingen
und eine große Einfachheit."

(Phil Bosmans)

Nimm Dich selbst an

"Um sich selbst annehmen zu können, muss man das Vergleichen lassen. Solange ich mich mit anderen vergleiche, bin ich immer im Nachteil. Es gibt immer irgendwelche Begabungen, die andere haben und ich nicht.

Wenn ich vergleiche, bin ich nicht heil bei mir, sondern lebe nur im Vergleich zu anderen. Es kommt aber darauf an, bei mir zu sein, mich anzunehmen, mich gern zu haben.

Ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl wird vergleichen, ob er will oder nicht. Doch es hat keinen Zweck, nur die eigenen Stärken zu sehen, um sich so innerlich aufzuwerten. Ebenso wenig hilft es, andere zu entwerten.

Hilfreicher ist es, vom Kopf, der vergleicht, zum Herzen zu gelangen, das fühlt."

(Anselm Grün: "Du bist wertvoll")

Selbstwertgefühl

"Wer ein gutes Selbstwertgefühl hat, kann sich auch mit seinen Schwächen und Schattenseiten aussöhnen. Er kann sich selbst so annehmen, wie er ist.

Jeder Mensch lebt immer zwischen zwei Polen, zwischen Vertrauen und Angst, zwischen Liebe und Aggression, zwischen Disziplin und Disziplinlosigkeit. Wer seine Schatten angenommen hat, kann gelassen reagieren, wenn er sich blamiert oder in das Feuer der Kritik gerät.

Zum Selbstwertgefühl gehört auch die Aussöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte. Es hat keinen Sinn, immer wieder in der Vergangenheit die Gründe für mangelndes Selbstvertrauen finden zu wollen. Irgendwann muss jeder die Verantwortung für sein Leben übernehmen. Er muss seine Vergangenheit als das Material annehmen, das zu formen er bereit ist.

Man kann aus Holz eine schöne Figur schnitzen, aus Stein etwas Bewundernswertes hauen und aus Ton etwas Wertvolles formen. Aber man muss das Holz wie Holz bearbeiten und den Stein als Stein. Unsere Vergangenheit ist das Material, das uns zur Verfügung steht. Ganz gleich, ob Holz oder Stein oder Ton - wir können aus ihr etwas Schönes formen."

(Anselm Grün: "Du bist wertvoll")

Am Anfang war es dunkel

"Alles, worauf die Welt begründet liegt, besteht aus zusammenhängenden Gegensätzen: Tag und Nacht, Plus und Minus, Anziehung und Abstoßung, Yin und Yang, Liebe und Leid, Leben und Tod. Die Polarität alles Großen und Wichtigen ist ein Grundprinzip des Lebens.

Ohne Leid gibt es keine Freude, keine Liebe! Kinder, von denen man jede Anstrengung, Mühe und jede Schwierigkeit fernhält, sind bald leer und lebensmüde. Leben ist tätiges Gestalten, ist Versuch und Scheitern... beim Gehenlernen fallen Kinder viele Male immer wieder hin und tun sich weh. Sie leiden, weinen, stehen auf - und gehen weiter. Und wenn es endlich gut geht, ist die Freude umso größer!

Leid ist immer ein Prüfstein, ein Lernschritt von größerem Ausmaß. Ein Neubeginn, der uns über unsere bisherigen Grenzen trägt und uns dadurch stärker macht. Nach der Fassungslosigkeit kommt die Trauer, dann die Leere. Um diese Leere neu zu füllen, ihr Sinn zu geben, müssen wir daran glauben, dass alles in einem großen Zusammenhang steht.

Das ist für uns alle das Lebensprinzip, das uns immer mehr dazu lernen lässt, das uns schleift wie einen Diamanten:
Wir wachsen am Widerstand - das bringt uns Erleuchtung!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt")

Mitgefühl

"Mitgefühl ist...

die Antwort des Herzens auf den Schmerz.
Wir haben Anteil an der Schönheit des Lebens
und am Ozean der Tränen.
Das Leiden am Leben ist Teil unseres Herzens
sowie Teil dessen, was uns miteinander verbindet.
Es trägt eine Zärtlichkeit in sich,
ein Mitgefühl und Wohlwollen, das alle Dinge umfängt
und jedes Wesen berühren kann."

(Jack Kornfield)

 

 

Ein Freund meint nicht sich selbst

"Ein Freund ist ein Mensch, der bei mir
nicht sich selbst meint, sondern wirklich mich.

Der mich kennt, mein Gutes wie mein Schlimmes;
mich aber so, wie ich bin, für wert und wichtig hält.

Der mich liebt, und eben deshalb wahr gegen mich ist.

Der mein Bestes will, aber dabei meine Freiheit in  Ehren hält ...

Aber keine Freundschaft, sei sie noch so großmütig,
hebt die Tatsache auf,
dass der Eine immer doch nur er selbst
und nicht der Andere ist.

Dass immer eine Grenze besteht, vom Selbst gezogen.

Und, daraus kommend,
eine letzte Einsamkeit,
die durch keine Gemeinschaft
aufgehoben werden kann."

(Romano Guardini)

Ein bisschen...

"Ein bisschen Liebe kann wie ein Tropfen Wasser sein,
der einer Blume die Kraft gibt, sich wieder aufzurichten.

Ein bisschen Liebe kann einen Menschen heilen.
Einen Menschen heilen heißt,
ihm helfen, den verlorenen Mut zurückzufinden.

Ich glaube an das Gute, auch wenn
so viele Menschen vom Bösen heimgesucht werden.

Ich glaube an das Schöne, auch wenn
das Hässliche in der Welt wuchert und
die Verschmutzung tief in den Menschen dringt.

Ich glaube an die Liebe, auch wenn
man an Feindschaft festhält und den Hass anstachelt."

(Phil Bosmans)

Einsamkeit überwinden

"Einsamkeit ist immer verbunden mit Gefühlen von Isoliertsein, Nichtgeborgensein, Ausgeschlossensein, Hilflosigkeit. Einsamkeit zieht sich durch alle Altersgruppen - Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, das Mittelalter und alte Menschen.

Die einsamsten Menschen sind diejenigen zwischen 30 und 40 Jahren, ganz entgegen der Volksmeinung also nicht die alten Menschen.

Einsam sein, bedeutet zu einem wesentlichen Teil das Gefühl haben, von einem ganz bestimmten Menschen oder auch von den Mitmenschen überhaupt nicht mehr akzeptiert, anerkannt und gebraucht zu werden. Alleinsein, den Kontakt mit anderen wünschen, aber die Wege dazu nicht finden können, das ist der schmerzhafte Widerspruch, unter dem der Einsame leidet. Die Angst vor Enttäuschung durch andere und die Angst, andere zu enttäuschen, lähmt den Einsamen.

Damit Sie in Zeiten des Alleinseins nicht in Trostlosigkeit und Verzweiflung verfallen, müssen Sie zweierlei leisten:

Sie müssen auf den anderen zugehen, Kontakte aufnehmen können,
und Sie müssen sich selbst ein Stück weit in sich selbst ruhend, auf sich selbst vertrauend erleben
können."

(Doris Wolf "Einsamkeit überwinden")

Ich wünsche Dir

"Ich wünsche Dir,
dass das Glück
in Dir Wurzeln schlägt
und die Freude Dich
zu gespannter Erwartung
auf die Überraschungen
des Lebens hinbewegt.

Ich wünsche Dir,
dass fröhliche Lieder in Dir
Deine Lebendigkeit
zum Klingen bringen
und tanzend
neue Kreise ziehen.

Ich wünsche Dir,
dass sich die Zuversicht
hell wie das Morgenlicht
auf Deinen Wegen
ausbreitet
und Dich beschwingt
der Zukunft
entgegengehen lässt."

(Christa Spilling-Nöker "Jeder Augenblick zählt")

Frohe Ostern

Die Rebekka-Logen
im Deutschen Odd Fellow-Orden
wünschen Ihnen
FROHE OSTERFEIERTAGE!

Nächstenliebe

Wem es gelingt, das Leben auch nur eines Menschen
zu erleichtern, dem wird es einmal angerechnet, als
hätte er die Welt gerettet.
(Talmud)

Pflichtbewusstsein ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht grausam
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.

Liebe fragt nicht, woher wir kommen,
Liebe fragt nicht, wohin wir gehen,
wo man sie gibt, wird nichts genommen,
Liebe gibt es auch nicht als Lehen.

Denn die Liebe, die große Liebe,
wie der Schöpfer sie uns schenkt, sie ist frei,
weil stets sie mit dem Herzen denkt.
Wo man liebt ist Gottes Stätte,
nicht nur im Himmel, hier auf Erden.

Kostbares Leben

"Der Widerschein der Sonne ist nicht weniger schön als die Sonne selber, und die Spiegelung des Lebens in Eurer Seele ist nicht weniger kostbar als das Leben selber.

Derjenige, der das Himmelreich in diesem Leben nicht entdeckt, wird es auch im kommenden Leben nicht erfahren."

(Khalil Gibran)

Reizvolle Ablenkung

"Zu einem erfüllten Leben gehören unterschiedliche Reize für Körper, Geist und Seele, die uns je nach Situation und Typus anregen bzw. entspannen.

Der Körper braucht als Ausgleich Bewegung wie Sport oder Gartenarbeit. Der Geist entspannt beim Kochen oder einer handwerklichen Arbeit, er "kommt auf andere Gedanken".

Vertrauensvolle Beziehungen sind die reizvollste Grundlage für unser Glück, für eine "lächelnde Seele"! Freunde bieten uns vor allem Freude! Und immer wieder neue Blickwinkel! Leute mit gleichen Interessen und Zielen im Verein oder in Clubs zu treffen, verwurzelt uns im Umfeld.

Nichts ersetzt uns das, was den lebendigen Menschen ausmacht: Spontaneität, miteinander reden, lachen, zusammen etwas Schönes erleben - einfach jemand, der uns berührt!"


(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt")

Ermutigung

"Wenn Du allein bist
und nicht weißt,
wohin mit all Deinen Fragen
und der Not Deiner Unfertigkeiten,
dann möge es immer eine Tür geben,
die sich Dir öffnet und Dich einlädt
in das Licht von Vertrautheit und Wärme,
von Freundschaft und Liebe,
eine Tür,
die Dich eintreten lässt
in Räume der Zuversicht,
auch in Dir selbst."

(Christa Spilling-Nöker: "Jeder Augenblick zählt")

Freundschaft auf Zeit

"Eine feste Freundschaft ist nicht allen für ein ganzes Leben beschieden.

Aber schon eine "Hoch-Zeit", eine zeitlich begrenzte Erfahrung der Freundschaft, kann ein ganzes Leben prägen.

Sie schenkt ein inneres Atmen, das ohne sie unbekannt bleiben würde.

Sie verwandelt das Innere des Menschen, vermenschlicht ihn und gibt ihm den Sinn, bereit zu sein für die anderen."

(Frère Roger)

Komm zu Dir

"Wer sich  genau beobachtet, wird erkennen, wie oft er gedankenlos durch den Tag geht. Du nimmst gar nicht wahr, was Du tust. Du lässt Deinen Schlüsselbund liegen oder Deine Brille. Weil Du nicht bei Dir bist, merkst Du nicht, dass Dir nicht nur der Schlüssel verloren geht, sondern Du selbst. Du bist nicht bei Dir. Und alles angestrengte Grübeln kann Dich nicht wieder zu Dir zurückbringen.

Versuche es mit einem Gebet. Komm in Berührung mit Deiner kreativen Mitte. Da kommt Dir auf einmal die Idee, wo Du suchen könntest. Das gilt nicht nur für Verlorengegangenes. Es gilt für alle schwierigen Situationen. Geh vom Problem weg. Komm in Kontakt zu Deiner Mitte. Hier, in Deiner Mitte, findest Du Dich selbst. Dort tauchen auf einmal kreative Lösungen auf. Es fällt Dir ein, wie Du Dich in einer unübersichtlichen Situation entscheiden und was Du in einem schwierigen Gespräch einem andern sagen kannst.

In Deiner Mitte liegt die Lösung schon bereit."

(Anselm Grün)

Ein junges Herz

"Wir haben ein junges Herz, solange wir das Leben gern haben, wie es sich jeden Tag präsentiert, das Leben mit seinen guten und mit seinen schlechten Seiten.

Wir haben ein junges Herz, solange wir die Menschen gern haben und solange wir ihnen alles  gönnen, was wir selbst vielleicht vermissen.

Wer mit einem jungen Herzen alt wird, der weiß mit einer stillen Fröhlichkeit die vielen kleinen und großen Beschwerden der alten Tage anzunehmen. Er weiß um den Sinn des Lebens und des Sterbens. Er weiß, wie kurz und wie klein alles auf dieser Erde ist, und er hat Hoffnung auf ewiges Leben."

(Phil Bosmans)

Heiterkeit

"Es ist etwas Eigentümliches um das Wechselglück
und die Stimmungen des Menschenherzens;
es bedarf so wenig, um glücklich zu sein.

Was bedeutet und bedingt die Heiterkeit unseres Gemütes?
Ist sie nicht nur ein Widerschein inneren Glückes?

Heiterkeit ist eine Stimmung,
ein Gefühl des Friedens der Seele,
ein Nachaußenstrahlen der hellen Klarheit,
deren sich das Herz erfreut und
die einen Zauber über die ganze
Erscheinung einer Person verbreitet."

(Aus: Plaudereien von Sebastian von Oer 1907
also über 100 Jahre alt)

Das eigene Glück

"Unser Glück liegt nicht in den Dingen,
sondern in deren Bewertung durch uns;
und der Besitz dessen, was wir lieben,
macht glücklich,
nicht dessen,
was andere liebenswert finden."

(François VI. de La Rochefoucauld)

Recht auf Träume

"Träume sind die letzte Zuflucht des Menschen, die letzten Königreiche, die ihm ganz gehören.

Träume zerstören, ist so, wie wenn man dem Menschen seine Wurzeln und seine Zukunft wegnähme und nichts bleibt, wonach er sich sehnen kann.

Der Mensch lebt von Träumen.

Wenn Träume ständig vernichtet werden, so wie dies in unserer rationalistischen Gesellschaft geschieht, so ist dies ein Verbrechen, denn Träume sind die Vorbedingung menschlichen Schöpfertums."

(Friedensreich Hundertwasser)

Liebe heilt

"Die Liebe kann besser heilen, als irgendetwas in der Welt.
Nichts kann mit der Berührung durch die Mutter verglichen werden,
wenn ein Kind Schmerzen hat. -

Der Liebende bedarf keiner Konzentration.
Die Liebe selbst ist seine Konzentration,
die ihn über alle Dinge hinauswachsen lässt."

(Hazrat Inayat Khan)

 

 

Unmöglich, unglücklich zu sein

"Ist es überhaupt möglich, unglücklich zu sein? Was bedeutet mein Kummer, was hat mein Leid auf sich, wenn ich imstande bin, glücklich zu sein?

Wissen Sie, ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen und nicht beglückt sein kann, wenn man ihn sieht?

Wie man mit einem Menschen sprechen kann und nicht glücklich sein, dass man ihn liebt?

Sehen Sie ein Kind an, schauen Sie Gottes Morgenrot, betrachten Sie einen Grashalm, wie er wächst, schauen Sie in die Augen, die Sie ansehen und Sie lieben."

(Fjodor M. Dostojewski)

Neue Möglichkeiten

"Die meisten Menschen gehen durchs Leben,
ohne sich jemals des ganzen Umfangs
ihrer Möglichkeiten bewusst zu werden.

Die Angst vor dem Versagen nimmt
aller Freude am Entdecken und
Experimentieren den Wind aus den
Segeln und schränkt die Persönlichkeit
mehr und mehr ein.

Um weiter zu lernen und zu wachsen,
muss man immer wieder den Misserfolg
riskieren, das ganze Leben lang."

(John W. Gardner)

Kernfragen zur Selbstbesinnung

"Was sind die wichtigsten Beziehungen der Liebe und der Freundschaft, über die ich mich definieren will?
Von vornherein spielen Beziehungen zu anderen eine entscheidende Rolle für die Selbstbeziehung, aber niemand außer mir selbst kann bestimmen, welche die wichtigsten sind, um die ich mich in besonderem Maße kümmern will, um sie zu bewahren.

Was sind die wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben, die fester Bestandteil meiner selbst bleiben sollen?
Moderne Menschen machen Tag für Tag zahllose Erfahrungen, in denen sie sich verlieren können, wenn sie nicht die wichtigsten herausfiltern, in denen sie sich wiederfinden können, sonald sie sich erinnern.

Was ist mein Traum, dem ich im Leben folgen will, mein Glaube, mein bestimmter Weg und vielleicht mein Lebensziel, meine Idee, meine Sehnsucht?
Damit gewinnt das Leben ein Wohin, Wofür, Wozu, fern von jeder Gleichgültigkeit. Aber wer sonst könnte das ausfindig machen und festlegen, wenn nicht ich selbst, wenngleich vielleicht im Gespräch mit anderen?

Was ist das Schöne, an dem ich mein Leben orientieren kann?
Was sind die schönen Momente, Anblicke, Arbeiten, Lüste, Gespräche, Gedanken, zu denen ich vorbehaltlos Ja sagen kann? Sie können sehr viel Sinn vermitteln und zu einer ergiebigen Quelle von Kraft werden, mit der mühelos auch größte Schwierigkeiten zu bewältigen sind.

(Aus: "Vom Glück der Freundschaft" von Wilhelm Schmid)

Fröhliche Weihnachten

"Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kindern zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, -
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit."

(Rainer Maria Rilke)

Neue Horizonte

"Neugier, Staunen, Überraschung, Sehnsucht, Lachen erweitern uns, beleuchten die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Sie lassen uns die Grenzen des Offensichtlichen, Eindeutigen, des Schwarz-Weiß-Sehens überschreiten, wie in der Dämmerung.

Diese Gefühle, je nach Situation positiv oder negativ, halten das Leben am Leben, indem sie für die nötige Veränderung sorgen!

Leben ist stets Veränderung, ein Kreislauf aus Kommen und Gehen, Werden und Vergehen, Tag und Nacht, Glück und Trauer... jeder Augenblick ist entscheidend, denn er bleibt. Aber nur für einen Moment. Und jeden Augenblick kann sich alles verändern!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt")

Was wir an Freunden lieben

"Miteinander plaudern und lachen,
sich Gefälligkeiten erweisen,
gemeinsam schöne Bücher lesen,
einander mal necken,
mal Achtung bezeugen,
gelegentlich auch Meinungsverschiedenheiten austragen,
aber ohne Hass.

Durch den nur selten vorkommenden Streit
die übliche Übereinstimmung würzen;
einander belehren und voneinander lernen;
Abwesende schmerzlich vermissen;
Rückkehrende freudig begrüßen;
durch Zeichen -
wie sie Liebe und Gegenliebe durch Kuss, Rede, Blicke
und tausend freundliche Gebärden kundtun -
die Herzen in Glut versetzen
und die vielen zur Einheit verschmelzen:
Das ist es, was man an Freunden liebt."

(Augustinus)

Ein Geschenk

"Immer ist Freundschaft ein Geschenk,
man kann sie nicht kaufen.
Sie ist unkäuflich und unverkäuflich.

Freundschaft lebt aus der Vielfalt des Schenkens
und aus den Spielarten der Hingabe und des Sich-Öffnens.
Sie steht außerhalb des Handelns.

Dieser seltene Wert lebt aus dem Geheimnis des
Schenkens und der Geschenke.
Immer liegt sie in Hand und Herzen
als ein Geschenk."

(Hans Wallhof)

Herzintelligenz

"Je reicher die Menschen sind,
desto eher betrachten sie ihre Privilegien
und Vorzüge als eine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir uns bester Gesundheit erfreuen
und das Leben uns zudem mit vielen günstigen
Gelegenheiten beschenkt,
nehmen wir diese wahrscheinlich ebenfalls für selbstverständlich,
was nicht gerade unsere Zufriedenheit mehrt.

Zufriedenheit wächst vielmehr aus der Dankbarkeit,
die wir für alle positiven Lebensumstände fühlen.

Wir können nirgendwo zu Hause sein,
wenn wir uns nicht selbst Zuflucht und Heimat sein können,
wenn wir uns nicht entspannen, in uns keine Ruhe finden.

Wo unser Herz ist, fühlen wir uns zu Hause,
nicht wo unser Körper ist.

Deswegen sind wir endlich zu Hause angekommen,
sobald wir unser Herz öffnen,
sobald wir das Gefühl liebevoller Wertschätzung spüren,
sobald wir dankbar, zufrieden, erleichtert und sorglos sind.

Wenn wir uns so fühlen,
sind wir überall auf diesem Erdball,
ja im ganzen weiten Universum zu Hause."

(Ayya Khema)

Wofür sind wir da?

"Meine Augen sind da für das Licht der Sonnenstrahlen,
für das Grün des Frühlings,
für das Weiß des Schnees,
für das Grau der Wolken
und das Blau des Himmels,
für die Sterne in der Nacht
und für das unglaubliche Wunder,
dass es so viel wunderbare Menschen um mich gibt.

Mein Mund ist da für das Wort,
für ein gutes Wort,
auf das ein anderer wartet.
Meine Lippen sind da für einen Kuss
und meine Hände,
um zärtlich und sanft zu sein."

(Phil Bosmans)

Das wirklich Lebendige

"Das wirklich Lebendige im Herzen ist die
Liebe. Sie wird erfahrbar als Güte, als
Freundschaft, als Zuneigung, als Toleranz
und als Bereitschaft, zu vergeben; gleich, in
welcher Form dieses lebendige Wasser aus
dem Herzensgrund hervorströmt, es macht
uns diese göttliche Quelle im Herzen
sichtbar."

(Hazrat Inayat Khan,
1882 - 1927 ind. Sufi-Meister)

Ein großes Geschenk

"Es ist ein großes Geschenk,
mit Menschen zusammen zu sein,
die nicht darauf aus sind,
immer mehr zu haben,
sondern unterwegs sind zu sich selbst;

Menschen,
die das Wesentliche suchen,
entfalten wollen, was angelegt ist;

die aufeinander hören
und voneinander lernen wollen;

die aufeinander zugehen
und für Mitmenschen einstehen;

die ihre Gefühle zeigen
und so Offenheit ermöglichen;

die herzhaft lachen können
und Trauer verstehen;

die Herausforderungen annehmen
und an ihnen wachsen;

die das Leben genießen
und für jeden Tag dankbar sind.

Menschen, die wissen,
dass sie ihrem Leben nicht mehr Tage,
aber ihren Tagen mehr Leben geben können."

(Max Feigenwinter)

Das Glück der Fülle..

"Das Glück der Fülle, das in der Freundschaft erfahrbar wird, schließt Gegensätze nicht aus, vielmehr entsteht Fülle erst in der Bewegung zwischen Gegensätzen.

Alles Leben ist bipolar, nichts daran ist eine Störung, allenfalls eine Überforderung für Menschen, die mit Gegensätzen nicht gut leben könen. Es kommt darauf an, die Freundschaft, wie die Liebe, zwischen den Gegensätzen atmen zu lassen, zwischen guten Gefühlen und unguten Problemen, zwischen Verständnis und Missverständnis, und von Grund auf zwischen Nähe und Distanz. Freundschaft erfordert nicht ständige Nähe. Gerade auf Distanz können die Freunde sich nahe sein.

Die Selbstbestimmung des Anderen zu respektieren und nicht über ihn bestimmen zu wollen, ist das Grundelement einer Ethik der Freundschaft. Freundschaft ist keine Herrschaft. Nur der Verzicht auf jede forcierte Form der Machtausübung ermöglicht, in der Freundschaft die Utopie eines machtfreien Raumes zu verwirklichen, die in keiner anderen Beziehung eine Chance auf Realisierung zu haben scheint."

(Aus: Wilhelm Schmid "Vom Glück der Freundschaft")

Was macht mich wertvoll?

"Was wir wert sind, lässt sich nicht von Gehaltszetteln ablesen und nicht aus Rankinglisten ersehen oder durch eine Berufsgruppenzugehörigkeit begründen. Und auch noch so teure Statussymbole geben darüber keine Auskunft.

Jeder Mensch ist wertvoll, weil er ein einmaliges Geschöpf ist. Auch wenn meine Leistungen noch so beeindruckend und singulär sein mögen: ich kann meinen Wert nicht im Vergleich mit anderen ermessen, und andere können mich nicht auf diesem Wege in meinem Wert festlegen. Vielmehr erkenne ich meinen Wert, wenn ich in das Geheimnis meines Lebens hineinschaue.

Mich macht wertvoll, dass ich ein Mensch bin, dass ich erschaffen wurde. Und mich macht wertvoll, dass in mir etwas ist, was nur mir gehört. So wie ich fühle, fühlt niemand sonst. So wie ich spreche, spricht sonst niemand. So wie ich atme, atmet kein anderer. Ich darf meinen Wert nicht nur in dem sehen, was ich zuwege bringe. Meine Fähigkeiten sind Teil meines Wertes, machen ihn aber nicht aus. Sie sind nur wertvoll als Teil einer einzigartigen Person."

(Aus: Anselm Grün "Das Buch der Antworten")

Warmherzigkeit - Die Temperatur des Glücks

"Gewöhnlich assoziieren wir vor allem den Tastsinn mit Warmherzigkeit. Doch auch Laute, Klänge, Stimmen, die eine Art Berührung aus der Ferne sind, können uns das Herz erwärmen, wenn wir außer Reichweite sind.

Dante betrachtet die Warmherzigkeit als Quelle jeden Gefühls, die das Leben überhaupt erst ermöglicht und als Grundvoraussetzung für Veränderung. Ohne die Warmherzigkeit und Nähe des anderen gehen wir zugrunde. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass ein Säugling ohne die mütterliche Liebe nicht überleben kann. Körperliche Wärme - berührt, geknuddelt, beschützt, gepflegt, gestreichelt, gewiegt werden - ist kein Luxus, sondern eine notwendige Bedingung für Leben.

Alles begann vor Urzeiten. Warmherzigkeit ist ein grundlegendes biologisches Bedürfnis. Vielleicht können wir Erwachsenen ohne diese Wärme irgendwie durchkommen, aber dann ist unser Leben hart und freudlos. Die Herzlichkeit eines anderen Menschen hingegen beruhigt und tröstet uns, heilt unsere Wunden und bringt unsere Fähigkeiten zur Entfaltung.

Wie sehr steigert die Begegnung mit einer warmherzigen, freundlichen Person das eigene Wohlbefinden! Sie sind nicht mehr genötigt, etwas vorzutäuschen oder zu konkurrieren oder sich selbst zu beweisen. Und diese Warmherzigkeit gibt Ihnen das Gefühl, kompetenter zu sein. Sie bestätigt nicht nur, was Sie sind, sondern auch, was Sie werden können."

(Aus: Piero Ferrucci "Nur die Freundlichen überleben")

Gefühle - Triebkräfte des Lebens

"Freude und Liebe, Neugier und Überraschung, Traurigkeit, Furcht, Wut, Ekel, Scham sowie Verachtung und Hass sind Grundgefühle, die bei allen Menschen Kultur übergreifend denselben Ausdruck hervorrufen, z.B. Weinen für Traurigkeit, Tobsuchtsanfälle für Verzweiflung, Lächeln für Zufriedenheit, Lachen für Freude.

Gefühle sind ein Teil der Seele und werden durch unser Bewusstsein und unser Unterbewusstsein gesteuert. Sie bestimmen, wie wir die Welt wahrnehmen und deuten. Unsere Gefühle sind der Motor des Lebens!

Geprägt werden Emotionen von unseren Anlagen, unserer Erziehung, der Kultur und Umgebung, in der wir heranwachsen, sowie unseren unterschiedlichsten Erfahrungen.

Wir selbst sind dafür verantwortlich, was wir daraus machen! Vertrauen wir unseren Gefühlen!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti
"Heute, hier, jetzt - ein Reiseführer durchs Leben")

Von der Selbsterkenntnis

"Eure Herzen kennen im Stillen die Geheimnisse der Tage und Nächte. Aber Eure Ohren dürsten nach den Klängen des Wissens in Euren Herzen. Ihr wollt in Worten wissen, was Ihr in Gedanken immer gewusst habt. Ihr wollt mit den Händen den nackten Körper Eurer Träume berühren. Und das ist gut so.

Die verborgene Quelle Eurer Seele muss unbedingt emporsteigen und murmelnd zum Meer fließen, und der Schatz Eurer unendlichen Tiefen möchte Euren Augen offenbart werden. Aber wiegt den unbekannten Schatz nicht mit Waagschalen. Und erforscht die Tiefen Eures Wissens nicht mit Messstock oder Senkschnur.

Denn das Ich ist ein Meer, grenzenlos und unermesslich. Sagt nicht:"Ich habe den Pfad der Seele gefunden." Sagt lieber:"Ich habe die Seele auf meinem Pfad wandelnd getroffen." Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.

Die Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein Schilfrohr. Die Seele entfaltet sich wie eine Lotosblume mit zahllosen Blättern."

(Khalil Gibran "Der Prophet")

Du steckst in Deiner eigenen Haut

"Um ein  bisschen glücklich zu sein,
ein bisschen Himmel auf Erden zu haben,
musst Du Dich mit Deinem Leben versöhnen,
mit Deinem eigenen Leben, wie es nun einmal ist.

Du musst Frieden machen mit den Grenzen Deiner Brieftasche,
mit Deinem Gesicht, das Du Dir nicht ausgesucht hast,
mit den Bedingungen Deines Lebens,
auch wenn es der Nachbar besser hat (meinst Du).

Versöhne Dich mit dem Leben.
Du steckst in Deiner eigenen Haut,
in einer anderen Haut kannst Du
nicht mehr geboren werden."

(Phil Bosmans)

Das Glück kommt zu Besuch

"Es gibt nur einen angeborenen Irrtum, und es ist der, dass wir da sind, um glücklich zu sein." Von Arthur Schopenhauer stammt dieser Satz, und er scheint zu bestätigen, dass Schopenhauer ein hoffnungsloser Pessimist war. Dennoch steckt auch in diesem Satz ein Stück Wahrheit. Je mehr wir direkt das Glück wollen, desto weniger werden wir es erreichen. Ich kann das Glück nicht bewusst anstreben. Glücklich werde ich sein, wenn ich liebe, wenn mir etwas gelingt, wenn ich etwas erfahre, was mich tief berührt. Ich kann mich für die Liebe entscheiden.

Ich kann mich bemühen, meine Arbeit gut zu tun, damit sie mir gelingt. Ich kann mich der Musik aussetzen, einen Spaziergang durch eine wunderschöne Landschaft machen. Wenn ich ganz in dem bin, was ich gerade tue, im Musikhören, im Wandern, im Schauen, im Schmecken, dann kommt das Glück zu mir.

Ich kann nicht zum Glück kommen, um es zu erhaschen. Das Glück wird mich besuchen, wenn ich mich auf das Leben einlasse, wenn ich offen bin für das Überraschende, das das Leben für mich bereithält."

(Anselm Grün "Das kleine Buch vom wahren Glück")

FÜR EINANDER

"Wir brauchen Menschen,
die zu uns ja sagen,

die uns annehmen, wie wir sind,
und so begegnen,

dass wir wagen,
Gefangenes zu befreien,
Verschüttetes freizulegen,

Angst abzubauen
und Vertrauen wachsen zu lassen.

Wir brauchen Menschen,
die verstehen,
dass manches nicht gelingt;
die uns unterstützen und begleiten,
ermutigen und stärken.

Und wir können anderen
dieser Mensch sein."

(Max Feigenwinter)

Schönheit

"Hat Dir schon einmal ein Mensch gesagt, dass Du schön bist,
dass sich tief in Deiner Seele eine innere Schönheit verbirgt,
dass Du durch Dein Lachen einen Menschen froh machen
und Dich durch den Ernst Deines Schweigens
ganz auf einen anderen einstimmen kannst?

Ahnst Du eigentlich, wie viele Möglichkeiten,
welch kostbare Begabungen noch in Dir schlummern,
die im Laufe Deines Lebens von Dir betreut werden wollen,
um Dich zu der Vollendung Deiner einmaligen Schönheit hin
wachsen und reifen zu lassen?"

(Christa Spilling-Nöker: "Jeder Augenblick zählt")

Innere Einkehr

"Wirkliches Erleben findet nur in uns selbst statt, wenn wir konzentriert sind, uns völlig unseren Wahrnehmungen und Gefühlen hingeben.

Regelmäßiges Autogenes Training, Meditation, Atemübungen, progressive Muskelentspannung, Tai Chi, Qi Gong oder Yoja, aber auch Musizieren und Singen, Wandern und andere ritualisierte Sportarten können uns beim Innehalten und Abschalten helfen. Auch wenn wir nichts tun, sondern "nur" in uns hinein horchen oder z.B. eine schöne Landschaft auf uns wirken lassen, erreichen wir inneres Gleichgewicht.

Sorgen wir regelmäßig für Einkehr und Entspannung, hören wir unsere eigene innere Stimme, die nicht vom Lärm und der Hektik und den Meinungen anderer überschallt wird.

Die Vitalität, das Selbst-Bewusstsein und die Lebensfreude, die wir dadurch gewinnen, werten auch ganz nebenbei unsere Außenwirkung auf!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt")

Lebensfreude

"Sich einen kühlen Kopf,
sein Herzklopfen, sein Lachen
und sein Staunen bewahren.
Sich nicht unterkriegen lassen.
Reich fühlen, gelassen
in seiner Mitte ruhen,
seinen Weg gehen
und den eigenen Ausdruck finden.

Anteil nehmen an der ungeheuren Vielfalt,
der ungeheuren Tiefe,
der großen Schönheit des Lebens!
Gut zu sich sein!"

(Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt")

Von der Freundschaft

"Euer Freund ist die Antwort auf Eure Nöte.
Er ist das Feld, das Ihr mit Liebe besät und mit Dankbarkeit erntet.

Und er ist Euer Tisch und Euer Herd.
Denn Ihr kommt zu ihm mit Eurem Hunger, und Ihr sucht Euren Frieden bei ihm.
Wenn Euer Freund frei heraus spricht, fürchtet Ihr weder das "Nein" in Euren Gedanken, noch haltet Ihr mit dem "Ja" zurück.

Und wenn er schweigt, hört Euer Herz nicht auf, dem seinen zu lauschen;
denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen
ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht."

Khalil Gibran (1883 - 1931), eigentlich Djubran Chalil, Djabran, Djibran, christlich-libanesischer Dichter, Philosoph und Maler, emigrierte in jungen Jahren in die USA, sein Lebenswerk galt der Versöhnung der westlichen und arabischen Welt.
Quelle: Gibran, Der Prophet, 1923

Anziehung

Menschen sind Gemeinschaftswesen. Sie brauchen -außer ihrer Verwandtschaft- Freunde, Gleichgesinnte, Weggefährten. Doch wie treffen sie ihre Wahl? Wodurch fühlen sie sich angezogen?

"Die magnetische Kraft der Menschen ist ihr Denken, ihre Geistigkeit.
Trauer, Eifersucht, Spott oder Zynismus stoßen ab.

Freude, Hoffnung, der ernste Wille, jedem, den Du triffst, Gutes zu tun,
und sei es auch nur für die Minute: eine solche Geistigkeit zieht an."

(Prentice Mulford)

Was uns stört

"Was uns in erster Linie stört und missmutig macht, ist die Tatsache, dass unsere Wünsche sich nicht erfüllen.

Sich darüber jedoch wiederholt zu ärgern, trägt ganz und gar nicht dazu bei, diese Wünsche doch noch zu verwirklichen, so dass wir weder unserem ursprünglichen Ziel näher kommen, noch unsere Lebensfreude wiedergewinnen.

Wir sollten niemals zulassen, dass die glückliche Grundstimmung unseres Geistes gestört oder gar zerstört wird. Ob wir zum jetzigen Zeitpunkt leiden oder in der Vergangenheit gelitten haben - zu keinem Zeitpunkt sollten wir einen Grund haben, unglücklich zu sein."

(Dalai Lama)

Kein anderer Tag

"Kein anderer Tag ist Dir gegeben, als der Tag von heute, um zu leben, um fröhlich und zufrieden zu sein. Wenn Du heute nicht lebst, hast Du den Tag verloren.

Verdüstere Deinen Geist nicht mit Angst und Sorgen von morgen. Beschwere Dein Herz nicht mit dem ganzen Elend von gestern.
LEBE HEUTE!

An das Gute von gestern magst Du getrost denken. Träume auch von den schönen Dingen, die morgen kommen mögen. Aber verliere Dich nicht ins Gestern oder ins Morgen. Gestern: schon vorbei. Morgen: kommt erst noch. Heute: der einzige Tag, den Du in der Hand hast. Mach daraus Deinen besten Tag!"

(Phil Bosmans)

Rückblick

"Wenn ich dankbar auf meine Lebensgeschichte blicke, dann fallen mir viele schöne Erinnerungen ein. Die Kunst der Dankbarkeit besteht aber darin, auch für das zu danken, was auf den ersten Blick schwer war.

Heute kann ich auch für die Defizite danken, die ich in der Kindheit erlebt habe. Und ich bin dankbar für die Krisen, die ich in meinem Leben durchgemacht habe. Ohne diese schwierigen Zeiten, in denen ich an mir selbst zweifelte, wäre ich nicht zu dem geworden, der ich jetzt bin.

So kann ich auf alles dankbar zurückschauen und erfahre dadurch inneren Frieden."

(Anselm Grün)

Mach Dich glücklich

"Licht und Dunkel, Freude und Schmerz gehören zu unserem Leben. Erst, wenn Du diese Gegensätzlichkeit annimmst und Dich damit aussöhnst, kommst Du zu einer Bewertung Deines Lebens, die die Voraussetzung schafft, glücklich zu werden.

Glück ist Ausdruck erfüllten Lebens. Wenn Du mit allen Sinnen lebst, wenn Du Dich einlässt auf das Leben, dann wirst Du in Deiner Lebendigkeit auch Glück erfahren. Das Glück lässt sich nicht festhalten, genauso wenig wie das Leben. Das Leben fließt immer weiter. Manchmal fließt es durch finstere Täler, manchmal wird es zum jähen Wasserfall.

Auch im Schmerz ist Leben. Und so kann in allem eine Ahnung von Glück sein, im Schmerz, der Dich für den Bruder oder die Schwester öffnet, in der Freude, die Du mit anderen teilst, in der Anstrengung, die Du auf Dich nimmst, um einen Gipfel zu besteigen, in der Entspannung, wenn Du im Meer schwimmst. Überall, wo wirklich Leben ist, ist auch eine Spur von Glück."

(Anselm Grün, "Jeder Tag ein Weg zum Glück")

Die Kraft der Gegenwart

"Mach Dir einfach ganz intensiv den gegenwärtigen Moment bewusst.

In Deinem alltäglichen Leben kannst Du das mit jeder Routinehandlung üben, die sonst nur ein Mittel zum Zweck ist. Gib ihr Deine volle Aufmerksamkeit, so dass sie zum Zweck selber wird. Wann immer Du beispielsweise die Treppen zu Hause oder bei der Arbeit hinauf- oder hinuntergehst, achte genau auf jeden Schritt, jede Bewegung, achte auf Deinen Atem. Sei ganz gegenwärtig. Oder wenn Du Deine Hände wäschst, gib allen Sinneswahrnehmungen, die dazugehören, Deine Aufmerksamkeit: dem Geräusch und Gefühl des Wassers, der Bewegung Deiner Hände, dem Duft der Seife und so weiter. Oder wenn Du in Dein Auto steigst, halte einen Moment lang inne, nachdem Du die Türe geschlossen hast und beobachte Deinen Atemfluss. Werde Dir eines stillen aber kraftvollen Gefühls von Gegenwärtigkeit bewusst.

Es gibt ein sicheres Kriterium, an dem Du Deinen Erfolg mit dieser Übung messen kannst: den Grad an Frieden, den Du in Dir spürst."

(Eckhart Tolle, "Jetzt!")

Was heißt Erfolg?

(Ralph Waldo Emerson)

Vom Lernen

"Wenn Ihr wirklich lernt, lernt Ihr während Eures ganzen Lebens, und dann gibt es keinen speziellen Lehrer, von dem man lernt.

Dann lehrt Euch alles -

und deshalb gibt es keinen Führer, keinen Philosophen, keinen Guru mehr."

(Krishnamurti, "Das Wesentliche ist einfach - Antworten auf die Fragen des Lebens")

Zur Besinnung

Wenn Du an diesem Morgen aufgewacht bist und Dich eher gesund als krank gefühlt hast, bist Du gesegneter als die Menschen, die diese Woche nicht überleben werden.

Wenn Du niemals die Gefahr eines Krieges, die Einsamkeit eines Gefängnisses, die Qualen der Folter oder Hungerkrämpfe erlebt hast, dann hast Du 500 Millionen Menschen etwas voraus.

Wenn Du Lebensmittel im Kühlschrank hast und Kleidung am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Schlafplatz, bist Du reicher als 75% der Menschen dieser Erde.

Wenn Du Geld auf der Bank und in der Geldbörse hast und überzähliges Wechselgeld in einem Topf sammelst, gehörst Du zu den 8% an der Spitze, den Reichsten der Welt.

"Damit eine ganze Gesellschaft sich ändern kann, müssen viele Einzelne dieses tiefe Gefühl von Betroffenheit empfinden. Um einen anderen Weg einschlagen zu können, muss jeder Mensch wissen, worauf er künftig stärker als bisher zu achten hat. Wenn eine ganze Gesellschaft einen anderen Weg einschlagen will, müssen sich viele Menschen darüber einig werden, wohin sie gemeinsam gehen wollen. *Der Übergang vom Affen zum Menschen, das sind wir.* Diese Erkenntnis hat uns Konrad Lorenz bereits vor Jahren mit auf den Weg gegeben. Noch haben wir die Möglichkeit, uns zu entscheiden - und unseren Kindern vorzuleben - wo wir eigentlich hinwollen."

(Aus: Gerald Hüther: Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn)

Hilfsbereitschaft

"Ist jemand hilfsbereit, heißt das, dass er sich dazu entscheidet, einer anderen Person zu helfen, ohne dass diese ihn zwangsläufig darum bittet oder mit einer Gegenleistung dienen wird.

Hilfsbereitschaft ist eine innere Einstellung. Man spürt Liebe und Mitgefühl zu anderen und möchte behilflich sein. Durch Hilfsbereitschaft wächst man in der Aufmerksamkeit und lernt auch, von der Ichbezogenheit wegzukommen. Diese Tugend ist eine wichtige Eigenschaft, die man kultivieren kann.

Der Mensch hat den tiefen Wunsch, Gutes zu tun. Er fühlt sich am glücklichsten, wenn er das Gefühl hat, jemandem etwas Gutes getan zu haben. In der Fähigkeit, etwas Gutes zu tun, entdeckt er, dass sein Leben einen höheren Sinn hat.

Mögen wir also eine gute Kraft im Leben aller
Menschen sein, mit denen wir es zu tun haben."

(nach "wiki.yoga-vidya.de")

Empathie

"Das Hören, das sich nur in den Ohren abspielt, ist eine Sache. Ein hörendes Herz zu haben, ist eine andere. Wer mit der Energie der Liebe im Hier und Jetzt verbunden ist, der fühlt sich ein in eine innere Welt des anderen und nimmt Anteil an dem, was der andere mitteilt:

(weg-der-achtsamkeit.org)

"Sehnsucht nach Verstehen,
nach Freundschaft, nach
Liebe. Wo Sehnsucht sich
erfüllt, dort bricht sie noch
stärker auf: dass es so bleibe,
dass es nicht vorüber gehe."

(Nelly Sachs)

 

 

 

 

Feiern

"Feiere bisweilen Dein Leben.
Feiere, dass Du gesund bist,
dass Dir das Leben mit
Herausforderungen begegnet.

Feiere das Geschenk
von Freundschaften
und Deine Fähigkeit,
zu lieben.

Feiere Deine kleinen
alltäglichen Erfolge
und die Entscheidungen,
die Dich einen Schritt Dir selbst
näher gebracht haben.

Feiere, dass einer
JA zu Dir sagt."

(Christa Spilling-Nöker: "Jeder Augenblick zählt")

Weitherzigkeit

"So klein das Auge ist, es umfasst doch weite Strecken; so klein das Herz ist, es hat Platz für die ganze Welt.

Weitherzigkeit ist die Eigenschaft, die uns befähigt und anregt, die Interessen unserer Mitmenschen wohlwollend zu betrachten oder selbst zu unsern eigenen zu machen. Weitherzigkeit beweist sich ferner als Duldsamkeit und Milde im Urteil. Ein weites Herz hat für viele und vieles Raum; es gleicht einer geräumigen, gastlichen Halle, die für alle geöffnet ist und hat für alles Interesse, was Menschen bewegt, betrübt und beglückt.

Liebe ist es, die das Herz weitet. Und je mehr sie es ausdehnt und erfüllt, umso mehr wird sie es befähigen, die Menschen glücklich zu machen. Das Wesen der Liebe ist ja mitteilende Güte und Gemeinsamkeit der Lebensinteressen. Aber sind nur solche weitherzig, die die Interessen der ganzen Menschheit im Herzen tragen? Können nicht auch wir einfache, schlichte Alltagsleute in bescheidener Weise diese Tugend besitzen und üben? Sehr wohl! Fast in jeder Gemeinschaft, in jeder Familie gibt es diese weiten Herzen, die stets mit dem Wohl anderer beschäftigt sind, die sich nicht auf ihre Pflichten beschränken, sondern für alle und jeden, der in ihren Kreis tritt, liebevoll besorgt sind.

Eine andere Form der Weitherzigkeit ist die Duldsamkeit. In der Regel verstehen wir sie heute unter dem Namen Toleranz - fremden religiösen Überzeugungen gegenüber, die man nicht hindert, sondern zulässt. "Du sollst den Nächsten lieben, wie Dich selbst" - so musst Du ihm auch gleiches Recht einräumen, ihm gegenüber Nachsicht üben, die Du für Dich selbst verlangst. Die allgemeine Menschenliebe macht gerecht; sie verlangt gleiches Maß und gleiches Gewicht."

(Nach Sebastian von Oer: "Unsere Tugenden")

 

 

Bist Du Teil Deiner Dinge?

"Der Buddhismus lehrt, dass, sobald man etwas in Besitz nimmt, es bereits angefangen hat, zu zerfallen.

(Anthony Gunn: "Aufrecht durchs Leben")

Ein Raum für Dich

"Zumindest einen Raum oder eine Ecke solltest Du für Dich haben, wo Dich niemand findet, niemand stört, niemand beachtet. Dort sollst Du die Freiheit haben, Dich von der Welt zu lösen und Dich loslassen, indem Du alle Fasern der Spannung löst, die Dein Schauen, Dein Hören, Dein Denken in der Gegenwart anderer Menschen bindet."

(Thomas Merton)

Du darfst sein, wie Du bist

"Stell Dir vor: Du lässt Deinen Freund oder auch Deinen Feind so, wie er ist. Du verzichtest darauf, ihn ändern zu wollen. Du betrachtest ihn einfach, meditierst Dich in ihn hinein und sagst zu Dir: Er ist, wie er ist - sie ist, wie sie ist.

Wenn Du das eine Zeitlang versuchst, wird der Druck von Dir abfallen, andere nach Deinen Vorstellungen umzubiegen. Deine ungeduldigen Erwartungen an ihn oder sie werden schwinden. Er darf sein, wie er ist. Es ist gut, dass sie so ist, wie sie ist.

In dieser gelassenen Haltung wirst Du entdecken, was in ihm an Weisheit, an Kraft, an Sehnsucht, an Liebe steckt."

(Anselm Grün)

Die Stufen des Lebens

Der Winter hat sich nun endgültig verabschiedet und hat dem Frühling Platz gemacht. Wir beobachten den  ständigen Kreislauf - immer wieder - jedes Jahr - mit Hoffnung und Freude auf Erneuerung.

"Die Stufen des Lebens
Der Rhythmus des Jahres verweist uns auf den Rhythmus unseres eigenen Lebens. Seit jeher haben wir die Jahreszeiten auch als Bild verstanden für unseren Lebenslauf: den Frühling für die Jugend, den Sommer für die Blüte des Erwachsenenseins, den Herbst als Bild des Älterwerdens und den Winter für die letzte Zeit unseres Lebens und schließlich für das Sterben. Wir wissen nicht, wie lange der Kreis unseres Lebens geht. Wir kennen den Anfang, aber nicht das Ende.

Aber wie jedes Jahr alle Stationen des Lebenszyklus' gefeiert werden, so geschieht auch in uns - ganz gleich, wie alt wir gerade sind - immer wieder Schwangerschaft, Aufblühen, Welken und Sterben. Wir müssen immer wieder Altes lassen, damit Neues geboren werden kann.

Das menschliche Leben ist von den beiden Polen geprägt: vom Zyklus als Kreis, der immer wiederkehrt und vom Weg, der immer weiter geht und an ein Ziel führt. Wir müssen uns von jedem einzelnen Lebensabschnitt verabschieden und zuletzt im Alter unsere Kraft loslassen, damit wir den inneren Reichtum entdecken. Wir gehen einen einmaligen Weg, und daher gilt es, auf diesen Weg zu achten."

(Nach Anselm Grün: Einfach leben)

 

 

Erkenne Dich selbst

"Was nützt es uns, zum Mond reisen zu können, wenn es uns nicht gelingt, den Abgrund zu überwinden, der uns von uns selbst trennt? Dies ist die wichtigste aller Entdeckungsreisen; ohne sie sind alle anderen nicht nur nutzlos, sondern zerstörerisch." Der Trappist und geistliche Schriftsteller Thomas Merton hat diese Warnung formuliert, unmittelbar nachdem die erste Landung eines Menschen auf dem Mond die Welt in Bann schlug und optimistische technische Utopien die Phantasie ins scheinbar Grenzenlose beflügelten.

Das liegt Jahrzehnte zurück - und ist so wahr wie damals. Was nützt es, die halbe Welt zu bewegen, doch den Weg zu sich selbst nicht zu finden? Solange Du nicht den Abgrund überwunden hast, der Dich von Deinem wahren Selbst trennt, wirst Du Dir letztlich keinen Segen bringen."

(Nach Anselm Grün: Das Buch der Lebenslust)

Das Leben aller Menschen, denen wir begegnen und die wir kennen, ist in unser eigenes Schicksal verwoben. (Thomas Merton)

 

 

Ein frohes Osterfest

"Es rauschen und klingen,
es duften und singen
die Wipfel im Hain,
die Blumen am Rain,
die Bächlein in Klüften,
die Vöglein in Lüften:
der Herr ist erstanden!"

(Julius Sturm)

Freude

"Noch nie gab es so viel Freizeit, so viel Urlaub, so viel Entspannung. Noch nie gab es so viele Genussmittel, so viel Alkohol, so viele Drogen. Noch nie gab es so bequeme Verkehrsmittel, so gut eingerichtete Wohnungen, so hohen Lebensstandard. Und noch nie gab es so viele unglückliche Menschen, so viele gescheiterte Ehen, so viele zerrüttete Familien. Noch nie gab es so wenig Freude." (Phil Bosmans

In einer Hinsicht stehe ich zu der obigen Aussage im Widerspruch: an jedem Donnerstag, wenn ich in die Loge gehe, freue ich mich, meine Schwestern wiederzusehen. Und jedes Mal, wenn wir eine Spende überreichen oder an einer humanitären Aktion teilnehmen, spüre ich, welche innere Freude mit der Logenarbeit verbunden ist.

Das Leben vereinfachen

Der Gedanke, das Leben zu vereinfachen, kommt mir immer dann in den Sinn, wenn ich mir anschaue, was sich im Laufe der Jahre alles an verschiedensten Sachen angesammelt hat und die Regale füllt. Was brauche ich eigentlich davon? Macht es mich froh oder belastet es mich letztlich nur?

"Dinge zu horten, die wir nur selten gebrauchen, oder die wir gar nicht mehr benötigen, mindern unser Wohlbehagen. Warum? Weil diese Dinge uns ständig an all die Aufgaben erinnern, die wir nicht zu Ende gebracht haben, und die uns so das Gefühl geben, dass unser Leben ungeordnet ist. Es braucht ein bisschen Mut, sich von den unbenutzten Gegenständen zu trennen, aber unser Wohlgefühl wird dadurch aufblühen. Fangen wir also heute an: Was können wir verkaufen, spenden oder wegwerfen? Wollen wir beginnen, es zu üben?"

(Nach Anthony Gunn "Aufrecht durchs Leben")

Lebenskunst

"Der Begriff "Lebenskunst" stammt aus der antiken Philosophie - "Kunst des Lebens" im Sinne eines bewusst geführten Lebens. Unter Lebenskunst wird im populären Sprachgebrauch oft das sorglose Dahinleben verstanden. Das ist eine Option für jeden, der davon Gebrauch machen will, aber keine besondere Anstrengung, die den Namen Kunst verdienen würde.

Eine andere, anspruchsvollere Option ist die immer neue Orientierung des Lebens im Denken. Eine solche Bewusstheit ist nicht ständig möglich, aber das ist auch nicht nötig, denn es genügt ein Innehalten und Nachdenken von Zeit zu Zeit. Lebenskunst als Besinnung, um auch in einer neuen, unbekannten Phase Sinn zu finden, dem Leben Sinn zu geben und ein bewusstes Leben zu führen - falls es nicht reizvoller erscheint, einfach nur so dahinzuleben."

(Nach Wilhelm Schmid "Gelassenheit")

Heiterkeit

"Es ist etwas Eigentümliches um die Stimmungen des menschlichen Herzens. Es bedarf so wenig, um glücklich zu sein. Was bedeutet und bedingt die Heiterkeit unseres Gemütes? Ist sie nicht nur ein Widerschein inneren Glückes? Heiterkeit ist eine Stimmung, ein Gefühl des Friedens der Seele, deren sich das Herz erfreut. Ein sternbedeckter Himmel, eine sonnenbeglänzte Landschaft, das ruhig atmende Meer sind Bilder jener Freude, die ein Menschenherz erfüllen und befriedigen kann und die einen Zauber über die ganze Erscheinung der Person verbreitet. Jean Paul sagt: "Heiterkeit ist ein Himmel, unter dem alles gedeiht, Gift ausgenommen." Dieses schöne Wort gibt uns die beste Erklärung.

Wir werden die Heiterkeit besser verstehen, wenn wir ihre Feinde betrachten: Trübsinn lässt sie nicht aufkommen, Ärger vernichtet sie, und Trägheit erstickt sie.

Heiterkeit ist Gesundheit der Seele. Daher gilt es, das Pflänzchen sorgsam zu hegen und zu pflegen und achtsam zu sein, ob nicht ein Wurm an seiner Wurzel nagt.

(Nach Sebastian von Oer "Unsere Tugenden")

Schwesterlicher Trost

Den Menschen, die uns am Herzen liegen, spenden wir gern Trost in schwierigen Lebenslagen. Dazu gehört, dass wir für sie da sind und vor allem: dass wir ihnen zuhören. Zu wissen, da ist jemand, wenn ich in Not bin, tut einfach gut.

Wie wertvoll sind da doch zum Beispiel die tröstenden Worte einer schwesterlichen Freundin!

Manchmal ist es einfach schön, über eine kleine Karte mit liebevollen Worten, vielleicht sogar selbst mit der Hand geschrieben, dem lieben Menschen zu sagen: ich denke an Dich, ich möchte Dir Gutes tun.

"Sei mir getrost,
nach trüben und
widerwärtigen Tagen
eilet des sanfteren Glücks
frohere Stunde herbei."

(Sextus Aurelius Propertius)

 

 

 

 

 

Öffnet die Augen

Viele begreifen nicht, was sie selbst in Händen halten. "Öffnet die Augen für das Wunderbare", möchte man denen zurufen.

"Als Kinder haben uns die meisten Dinge mit Staunen und Ehrfurcht erfüllt. Alltägliche Ereignisse, vom Zirpen der Heuschrecke bis zum Telefongespräch mit fernen Verwandten, erscheinen dem durchschnittlichen Dreijährigen als große Wunder.

Irgendwie scheint uns der Sinn für das Wunderbare jedoch verloren zu gehen, wenn wir erwachsen werden. Zu viele von uns gehen durch ihr Leben wie Schlafwandler. Sie regen sich z.B. über Nichtigkeiten auf. Heraklit rät uns, die Augen zu öffnen und die Wunder unseres Daseins zu erkennen. Ist es nicht ein Wunder, dass heute Morgen die Sonne aufgegangen ist und wir leben und uns daran erfreuen können? Ist es nicht wunderbar, dass Pflanzen den Farbstoff Chlorophyll enthalten, der ihnen ermöglicht, die Energie der Sonne zu speichern? Dass Nächstenliebe zwischen Menschen nicht die krasse Ausnahme ist?"

Sieh Du auch den Zauber, in dem, was Du tust!

(Nach Roger von Oech, "Was würde Heraklit tun?")

Was macht die Menschheit aus?

"An dem andern
habe ich erst das Bewusstsein der Menschheit;
durch ihn erst erfahre, fühle ich, dass ich Mensch bin;
in der Liebe zu ihm wird mir erst klar,
dass er zu mir und ich zu ihm gehöre,
dass wir beide nicht ohne einander sein können,
dass nur die Gemeinsamkeit
die Menschheit ausmacht."

(Ludwig Feuerbach)

Unmöglich?

"Zu sagen, etwas sei unmöglich, weil es unmöglich scheint, heißt nichts anderes, als sich in der gefährlichen Gewohnheit üben, jedem neuen schöpferischen Gedanken ein "Unmöglich!" entgegen zu rufen. Dann kannst Du Deinen Geist einem vergitterten Gefängnis gleichstellen, in welchem Du allein der Gefangene bist."

(Prentice Mulford)

Wir wussten, es ist unmöglich - darum haben wir es getan. (Nelson Mandela)

Freundschaft kann Veränderung schaffen

"Die meisten Menschen wollen die Welt verändern, nur nicht sich selbst.
Die anderen müssen sich verändern. Die da oben, sagen die unten. Die da unten, sagen die oben. Die Männer, sagen die Frauen. Die Frauen, sagen die Männer. Wir fangen an, zu drohen und Druck zu machen. Wir begreifen so schwer, dass keiner ein Recht hat, andere zur Änderung zu zwingen.

Nur Überzeugung, nur Einsicht, nur Freundschaft kann andere zur Änderung bringen. Der Mensch ist das einzige Wesen, das sich selbst zu verändern vermag. Wenn sich die Menschen nicht ändern, ändert sich nichts."

(Phil Bosmans)

Sein Bestes zeigen

Eine alte Weisheit besagt, dass Menschen ihr Bestes zeigen, wenn sie in den schlimmsten Situationen stecken. Wenn es hart auf hart kommt, vergessen Menschen, ein einstudiertes Image aufrecht zu erhalten und zeigen ihre wahre Stärke oder Schwäche. Wir können uns aussuchen, wie wir reagieren. Wenn es schlimm wird, sollten wir uns also von unserer besten Seite zeigen und so aus der Masse hervorstechen.

"Menschen sind wie Buntglasfenster einer Kirche. Wenn die Sonne scheint, glitzern und funkeln sie, aber wenn es dunkel wird, zeigt sich ihre Schönheit nur, wenn sie von innen erleuchtet sind." (Elisabeth Kübler-Ross)

(Aus: Anthony Gunn, Aufrecht durchs Leben)

Gute Vorsätze

Nun ist das Neue Jahr da. Vielleicht habt Ihr gute Vorsätze gefasst, die mit mehr Sport, gesünderer Ernährung oder auch mehr Zeit für Euch selbst verbunden sind. Ich wünsche Euch mit den folgenden Worten, dass die Lebenslust dabei nicht zu kurz kommt.

"Genieße mäßig Füll' und Segen,
Vernunft sei überall zugegen,
wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
das Künftige voraus lebendig,
der Augenblick ist Ewigkeit."

(Johann Wolfgang von Goethe)

 

 

Zum Neuen Jahr

Man kann gar nicht oft genug im Leben das Gefühl des Anfangs in sich aufwecken, es ist so wenig äußere Veränderung dafür nötig, denn wir verändern ja die Welt von unserem Herzen aus.... (Rainer Maria Rilke)

EIN FROHES NEUES JAHR 2016

Schwesterliche Freundschaft

Wie schön ist doch das Gefühl, schwesterliche Freundschaft zu erfahren.

"Du kannst nicht leben, wenn Du keinen Menschen hast, der sich um Dich kümmert, dem Du Dich anvertrauen kannst, bei dem Du immer willkommen bist.

Du triffst im Leben viele Menschen, aber nur wenige treten in Dein Leben ein, verbinden sich mit Deinem Leben.

Welch ein Segen, wenn es Menschen sind mit Güte und Wärme, mit Verlässlichkeit und Treue, mit Herz!"

(Phil Bosmans)

Eine neue Tür geht auf

Jeden von uns trifft von Zeit zu Zeit ein herber Verlust. Doch mit lieben Menschen an unserer Seite können wir auch Hoffnung schöpfen, dass eine neue Tür aufgeht.

"Man muss nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch, oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder.

Was abfallen muss, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.

Man muss in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt."      

(Rainer Maria Rilke)

Aufrichtigkeit

Was verstehen wir in unserem täglichen Leben unter Aufrichtigkeit? Ist es - wie bereits in der Bibel erwähnt - ein Mensch "in dem kein Falsch" ist?

"Aufrichtigkeit ist natürlich eine gute Eigenschaft und kann durch die Arbeit an sich selbst zu einer wahren Tugend werden.

Aufrichtigkeit ist Ehrlichkeit. Der Aufrichtige gibt sich, wie er ist. Aufrichtig, d.h. aufgerichtet in der vollen Größe, aufrecht, nicht geduckt oder versteckt, also ohne Hinterhalt oder Verstellung.

Wir verkehren gern, weil zwang- und arglos, mit aufrichtigen Menschen. Bei diesen freien, offenen, ungekünstelten Personen müssen wir uns nicht um Hintergedanken sorgen. Wir haben das Gefühl der Sicherheit.

Aufrichtigkeit ist eine feste, freie Geradheit des Charakters, mit der man alle Winkelzüge und Beschönigungen, alle Vertuschungen und Bemäntelungen verachtet und aus Liebe zur Wahrheit nicht mehr oder geringer zu sein vorgibt, als man wirklich ist."

(Nach Sebastian von Oer: "Unsere Tugenden")

Das Wichtigste im Leben

In Momenten des Besinnens und der Reflektion werden manchmal fragende Gedanken über die Dinge wach, die unser Leben wichtig machen. Das mag für jede von uns unterschiedlich sein - sei es das Streben nach Anerkennung, Einfluss, Vermögen oder anderem.

"Das Wichtigste im Leben ist die menschliche Zuneigung und Liebe. Ohne diese können wir echtes menschliches Glück nicht gewinnen. Wenn wir also ein glücklicheres Leben, eine glücklichere Familie, glücklichere Nachbarn oder ein glücklicheres Volk wollen, liegt der Schlüssel dafür in den inneren Qualitäten.

Zuneigung, Liebe und Mitgefühl sind einige der wichtigsten Elemente in unserem Leben. Seelischer Frieden ist entscheidend für eine gute Gesundheit."

(Dalai Lama)

Wachse an Deinen Fehlern

"Wer nie einen Fehler gemacht hat, hat auch nie etwas Neues ausprobiert."
(Albert Einstein)

"Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen. Die Angst vor Fehlern kann einen Menschen allerdings dort gefangen halten, wo er oder sie sich am wohlsten fühlt. Also ist es besser, Angst davor zu haben, keine Fehler zu machen - denn ohne Fehler gibt es keine Entwicklung und auch kein Wachstum.

Alle Entdeckungen und Erfindungen, die die Welt verändert haben, haben ihren Ursprung darin, dass jemand einen Fehler gemacht hat."

(Nach Anthony Gunn: "Aufrecht durchs Leben")

"Lebenserfahrung ist die Summe der Fehler, die man glücklicherweise macht."
(Jules Romains)

Geh auf Entdeckungsreise

Wer nach Weiheit strebt, muss für sehr vieles offen sein. (Heraklit)

"Um zu neuen Ideen zu kommen, brauchen wir einen Stoff, aus dem sie gemacht sind: Wissen, Gefühl, Information und Erfahrung. All das können wir immer an denselben Stellen suchen. Etwas schöpferisch Neues finden wir jedoch viel eher, wenn wir die ausgetretenen Pfade verlassen.

Viele gute Ideen haben nur deshalb das Licht der Welt erblickt, weil sich jemand außerhalb seines Fachs oder seines Gewerbes umgeschaut und das Gefundene dann in seinem Spezialgebiet eingesetzt hat.

Der Datenentwickler Erik Lumer z.B. fand eine flexiblere Methode der Erstellung von Kundenprofilen für das Bankwesen, indem er studierte, wie Ameisen ihre verstorbenen Artgenossen zu Haufen zusammenschieben, wenn sie ihr Nest reinigen.

Erfolgreiche Entdecker zeichnet die Einstellung aus, dass es eine Menge wertvoller Informationen gibt, die es nur zu finden gilt. Öffnen Sie sich Dingen, die mit dem Problem, das Sie zu lösen versuchen, nichts zu tun haben. Je unterschiedlicher Ihre Inspirationsquellen sind, desto frischer wird wahrscheinlich die Idee sein, die Sie erbeuten."

(Nach Roger von Oech: "Was würde Heraklit tun?)

Zusammenhalten

"Eine gute Gemeinschaft lässt Wertschätzung und Begeisterung wachsen, denn alles, was wir tun, ist miteinander verflochten. Je besser wir die anderen verstehen, desto besser arbeiten wir zusammen.

Wir ergänzen und erweitern unsere Fähigkeiten, Erkenntnisse und Errungenschaften, wenn wir uns mit den anderen zusammentun. Wir entwickeln uns gemeinsam weiter.

Harmonieren wir, wo es möglich ist, respektieren und vervollständigen wir uns. Und tolerieren wir uns, wo kein Verständnis möglich scheint! Über alle Gegensätze hinweg haben wir uns viel zu geben: Frau und Mann, Jung und Alt, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Reich und Arm, Gebildete und Ungebildete, Hausfrauen und berufstätige Frauen - alle können wesentlich zu einem schönen gemeinsamen Leben beitragen:

Wir brauchen die Vielfalt - wir brauchen uns alle!"

(Nach Katharina Thor / Nicolas Prizzotti: "Heute, hier, jetzt - Ein Reiseführer durchs Leben")

Mut

Von Sara, Rebekka, Miriam, Ester, Judith, Johanna von Orleans, bis zu Dorothea Erxleben oder Gertrude Bell gibt es Beispiele mutiger Frauen genug in Bibel und Geschichte.

Rebekka war für ihre Zeit eine moderne, mutige Frau, weshalb sie bei der Gründung unseres Ordenszweiges u.a. als Namensgeberin ausgewählt wurde. Was zeichnet einen mutigen Menschen aus?

"Von jemandem zu sagen, es fehle ihm an Mut, kommt vielleicht fast einer Beleidigung gleich, und mancher ertrüge es wohl leichter, irgendeines Lasters als der Mutlosigkeit bezichtigt zu werden.

Mut in allgemeiner und ursprünglicher Bedeutung genommen, ist jede Regung oder Stimmung unseres Inneren, (es mutet mich an) ist der sie eben bewegende oder beherrschende Strom des Gefühls: das Gemüt als Sitz des menschlichen Fühlens und Begehrens. Da wir aber sehr verschiedenartig "gemutet" sein können, bedarf es einer näheren Bestimmung, um zu erkennen, ob wir frohen und leichten, starken und getrosten oder schwachen und verdrossenen Mutes sind.

Die heute übliche Bedeutung des Wortes "Mut" ist aber die einer moralischen Kraft, welche uns das Bewusstsein gibt, einer Aufgabe oder Schwierigkeit gewachsen zu sein und uns mit der Zuversicht erfüllt, eine Gefahr überwinden zu können.

Der Mutige erkennt die sich entgegenstellenden Hindernisse, die Mühen, die auftauchenden Gefahren, aber er kennt auch die eigene Kraft oder die ihm zu Gebote stehenden Mittel. Er wägt daher nicht lange ab, sondern tritt mit starkem und entschlossenem Willen den Schwierigkeiten entgegen.

Mut ist somit eine wertvolle Gabe für ein Leben, das selten so glatt und sacht dahinfließt wie ein Wiesenbächlein, sondern sich oft genug über Felsblöcke den Weg bahnen muss."

(Nach Sebastian von Oer "Unsere Tugenden")

Geben und Nehmen

In einer Freundschaft ist sehr wichtig, sowohl geben als auch nehmen zu können. Geben und Nehmen verlaufen wechselseitig: Jeder gibt, und jeder nimmt.

Alle Anerkennung, alle Gesten schwesterlicher Liebe, alle positive Zuwendung, eine Einladung, jedes Lob, alle Geschenke, jede Unterstützung für die andere ist eine Gabe - ein Geben.

Das schönste Geben geschieht freudig, ohne jegliche Absicht. Wer einfach schenkt, aus Freude am Geben, ist sogar selbst erfüllt durch das, was er tut, denn die Freude des Beschenkten findet zuerst im Schenkenden statt.

Geben wir das, was wir gern geben können - auch ohne eine Erwiderung zu erwarten - stellt sich ganz von selbst ein Glücksgefühl in uns ein. Wodurch?

◊ Ich höre Dir zu, nehme Dich wahr, und gebe Dir Rückmeldung
◊ Ich lächle Dir zu
◊ Ich schicke Dir eine Karte, einen Brief, eine Mail oder Ähnliches
◊ Ich danke Dir
◊ Ich gebe Dir meine Anerkennung und meinen Respekt.

Machen wir uns also selbst glücklich, indem wir aus frohem Herzen geben.

Deine innere Schönheit

Sind wir uns eigentlich stets unserer inneren Schönheit bewusst? Nehmen wir den Schatz, der in uns ist, eigentlich wahr?

"Wende Dich dem zu, was seit langem, was von jeher als Positives in Dir lebt. Das ergreife nun mit immer reinerer Bewusstheit! Empfinde Deinen aufgeschlossenen Sinn für die Natur und das geistige Leben nicht bloß so halb nebenbei als etwas "Tröstliches", etwas, was Dir "Dein Los ertragen hilft", sondern als ein hohes - Glück!"

(Christian Morgenstern)

Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss steigen

Geht es nur mir so, oder können wir momentan eine große Menge von Veränderungen um uns herum wahrnehmen? Da "streiten" sich zwei Seelen in unserer Brust - die eine wünscht sich Kontinuität, und die andere möchte sich Neuem nicht verschließen.

"Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Ein fließendes Gewässer ändert ständig seinen Inhalt. Wasser fließt ab und wird durch neues ersetzt. Nach Heraklit verhält es sich im ganzen Kosmos so: Neue Dinge entstehen, während andere vergehen, so dass das Ganze in ständiger Veränderung begriffen ist. Wir brauchen uns nur umzuschauen, dann erkennen wir, dass Heraklit Recht hat. Neue Gesetze treten in Kraft, andere werden vergessen. Neue gesellschaftliche und politische Bewegungen gewinnen an Macht, während andere sich verbrauchen und bedeutungslos werden. Neue Verhaltens- und Ausdrucksformen kommen in Mode, andere gelten plötzlich als überholt. Wir müssen also ständig unsere Annahmen überprüfen und uns versichern, dass unsere Strategien für die Probleme und Möglichkeiten, vor denen wir stehen, noch die richtigen sind.
ÜBERDENKEN WIR DAHER UNSERE VORGEHENSWEISE."

(Roger von Oech: Was würde Heraklit tun?)

Tue alles, was Du tust, ganz

Manchmal scheinen die Stunden des Tages nicht für das auszureichen, was wir alles machen möchten, nicht wahr? Dann wünschen wir uns mehr Zeit, um noch mehr erledigen zu können. Was ist jedoch "das Ende vom Lied"? Wir machen alles quasi "im Vorbeigehen" oder "nebenher" und finden in unserem Tun nicht das Glück, das wir uns erhoffen.

"Tue alles, was Du tust, ganz.
Liest Du, so lies ganz.
Scheibst Du, so schreib ganz.
Bist Du bei einem Menschen, so sei ganz für ihn da.
Isst Du, so iss wie einer, der damit beschenkt wird.
Sprichst Du mit jemandem, so sei ganz da zum Reden und Hören.
Tue es so bei allem,
bei der Arbeit und beim Schlaf,
in der Freizeit und im Gebet.
So wirst Du mitten im Leben
den Weg in die Tiefe finden."

(Verfasser nicht bekannt)

 

 

 

Was bedeuten uns Verlässlichkeit und Freundschaftsdienst?

"Ein echter Freund hilft Dir dabei, in Deinem Leben das zu verwirklichen, was Dein eigenes Leben ist. Darum wird er Dich niemals vom wahren Weg Deines Lebens abhalten oder abdrängen. Wirkliche Freunde lassen sich nicht im Stich, weder in guten noch in schlechten Tagen. Sie bleiben einander nahe, in Freud und Leid, in Kraft und Schwäche. Vor Außenstehenden muss man viel verborgen halten, die Außenwelt duldet keinen schwachen Augenblick. Aber die Nähe eines Freundes macht es möglich, ehrlich zu bleiben."

(Phil Bosmans)

Disziplin ist die Brücke zwischen Zielen und ihrer Verwirklichung - Jim Rohn

Jedes Leben in Gemeinschaft erfordert Disziplin, Rücksicht, Zuverlässigkeit, Toleranz, Respekt und das Beachten der Grenzen des Gegenübers. Das gilt nicht nur in unserem privaten Umfeld, sondern ganz besonders in unseren Logen. Hier wollen wir versuchen, diesen Grundsätzen nachzustreben.

"Wenn wir unser Leben in einer bestimmten Ordnung einrichten, die unseren Bedürfnissen entspricht, schaffen wir uns Freiräume. Darin haben wir Platz, um uns eigene Ziele zu setzen und erfüllbare Pläne auszuführen. Lassen wir uns auch Zeit zur Innenschau und für Inspirationen, um unsere sehnlichsten Wünsche frei entfalten zu können.

Konzentration hilft uns, alle möglichen Ziele zu verwirklichen. Diese gebündelte Kraft ist unser Hauptwerkzeug, wenn wir etwas Bedeutendes leisten wollen. Arbeiten wir mit Ausdauer, Zuverlässigkeit und Zuversicht Schritt für Schritt an unserem Werk, erreichen wir unser Ziel!

Auch eine lange Reise beginnt mit einem einzigen Schritt!"

(Nach Katharina Thor/Nicolas Prizzotti - Heute, hier, jetzt - Ein Reiseführer durchs Leben)

Leben ist Veränderung

"Alles fließt. Dies ist Heraklits berühmtestes Epigramm. Alles ist ständigem Wandel unterworfen - selbst das, was wir für unveränderlich halten. Oft ist der Wandel vorhersehbar, wie im Wechsel der Jahreszeiten von Frühling zu Sommer und Herbst oder in den Phasen des Schmetterlingsdaseins vom Ei über Raupe und Puppe zum ausgewachsenen Schmetterling. Manchmal erscheinen Veränderungen jedoch zufällig und unerklärlich, wie im Fall des plötzlichen Ausbruches einer Virusseuche. Der Prozess des Wandels kann viele Formen annehmen.

Man kann den eigenen > Lebensfluss < auf interessante Weise studieren, indem man eine Serie von Fotos von sich selbst über die letzten zwanzig oder mehr Jahre zusammenstellt. Schauen Sie sich an, auf welche Weise Sie sich verändert haben. Gab es Zeiten, wo Sie ein bestimmtes Funkeln in den Augen hatten? Was ist mit Veränderungen in Gewicht, Haar und Gesicht? Können Sie die Wirkung bedeutender Ereignisse in Ihrem Aussehen erkennen? Der Fluss der Dinge wird Ihnen dabei auffallen, und Sie können daraus ableiten, dass sich Änderungen in gleichem Maße auch in Zukunft erwarten lassen, aber, dass wir auch mit Unerwartetem rechnen müssen, denn meist ist der Fluss der Dinge Turbulenzen unterworfen.

Der deutsche Physiker Werner Heisenberg - der Entdecker der Unschärferelation in  der Quantenphysik - soll auf dem Totenbett gesagt haben: > Wenn ich im Himmel ankomme, werde ich Gotte zwei Dinge fragen: "Warum Relativität?" und "Warum Turbulenz?" Auf die erste Frage wird er wahrscheinlich eine Antwort haben. <

Im kreativen Prozess bringen Kräfte Ideen, Gedanken und Meinungen zusammen, die sich sonst nicht gegenseitig beeinflussen könnten. Diese Kräfte können auch dazu beitragen, beengende Vorurteile aus dem Weg zu räumen und uns zwingen, Ansichten aufzugeben, die nicht mehr haltbar sind."

(Nach Roger von Oech, Was würde Heraklit tun?)

 

 

 

 

Nächstenliebe

"Die fundamentalste Art der Liebe, die allen anderen Formen zugrunde liegt, ist die Nächstenliebe.

Damit meine ich ein Gespür für Verantwortlichkeit, Fürsorge, Achtung und >>Erkenntnis<<, das jedem anderen Wesen gilt, sowie den Wunsch, dessen Leben zu fördern. Es ist jene Art der Liebe, von der die Bibel spricht, wenn sie sagt: >>Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst<< (Lev 19,18).

Nächstenliebe ist Liebe zu allen menschlichen Wesen. Es ist geradezu kennzeichnend für sie, dass sie niemals exklusiv ist. Wenn sich in mir die Fähigkeit zu lieben entwickelt hat, kann ich gar nicht umhin, meinen Nächsten zu lieben.

Die Nächstenliebe enthält die Erfahrung der Einheit mit allen Menschen, der menschlichen Solidarität, des menschlichen Einswerdens. Die Nächstenliebe gründet sich auf die Erfahrung, dass wir alle eins sind. Die Unterschiede von Begabung, Intelligenz und Wissen sind nebensächlich im Vergleich zur Identität des menschlichen Kerns, der uns allen gemeinsam ist.

Um diese Identität zu erleben, muss man von der Oberfläche zum Kern vordringen. Wenn ich bei einem anderen Menschen hauptsächlich das Äußere sehe, dann nehme ich nur die Unterschiede wahr, das, was uns trennt; dringe ich aber zum Kern vor, so nehme ich unsere Identität wahr, ich merke dann, dass wir Brüder sind."

(Erich Fromm, Die Kunst des Liebens)

Das Glück, das in der Freundschaft zu finden ist

"Zum Glück gehört ein Leben in Beziehung, ein Leben >in der Verflochtenheit<, wie es bei Aristoteles heißt, mit Ehegatten, Eltern, Kindern, Freunden und Mitbürgern, denn >der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen<. Andere antike Philosophen teilen diese Auffassung: >Niemand kann ein glückliches Leben führen, der nur auf sich sieht<, schreibt Seneca im 48. seiner Briefe an Lucilius über Ethik. Von besonderer Bedeutung sei daher die >Pflege jener innigen Verbundenheit der Freundschaft<, die dafür bürge, dass ein Mensch weder bei Glücks- noch bei Unglücksfällen allein bleibe.

Ein Glück ist schon das bloße Dasein des Freundes, der Freundin, die Tatsache, dass es sie oder ihn gibt. Das Glück setzt mit der Begegnung ein, die dem Zufallsglück zu verdanken ist, im privaten wie im beruflichen Umfeld, analog oder digital, in Clubs und Vereinen, beim Sport, in Chats oder Spielegemeinschaften. Anders als Liebende akzeptieren Freunde problemlos, dass es wohl reiner Zufall war, sich gefunden zu haben, und sie geben dem Ereignis im Nachhinhein den Sinn einer Notwendigkeit: Das musste so sein."

(nach Wilhelm Schmid, Dem Leben Sinn geben)

In unseren Logen können Sie Freundschaft finden

 

Worte über Frieden

"Die Welt ist voller Konflikte und wird es bleiben. Wer friedlichere Beziehungen in allen Bereichen menschlichen Daseins wünscht,

Dazu

Die gibt es nicht.

Friede ist keine Idylle, die ein für allemal erreicht werden könnte. Friede bedarf unserer beharrlichen Anstrengung!"

(Wolf Grad Baudissin, Friedensforscher)

Gedanken zu einem neuen Lebensstil

"Wollen wir überleben, dann müssen wir anders leben. Andere Werte wichtiger nehmen, als Geld und Bequemlichkeit, einen neuen Lebensstil entwickeln. Wir werden erst brüderlich teilen, wenn wir brüderlich leben können.

Menschen führen Menschen zum Licht, zu einem neuen Lebensstil: Menschen, die sich befreien lassen, von Habsucht und Hass. Menschen, die nicht länger an Gewehrläufe glauben. Menschen, die mit wenig zufrieden sind und Zeit für Dinge haben, die kein Geld bringen. Menschen, die keinen Palast brauchen, um prächtig zu leben, und kein dickes Portemonnaie, um gemeinsam Feste zu feiern. Menschen, die Blumen sehen, die Vögel zwitschern hören, die wie ein Kind spielen und in einem Sessel einschlafen können. Liebe Menschen mit viel Licht in Häusern, in Dörfern und Städten." (Phil Bosmans)

Hut ab!

"Der Faktor, der am stärksten bestimmt, wie andere Menschen uns behandeln, ist unser Selbstbild - wie wir uns vorstellen, dass wir nach außen wirken. Das ist ein bisschen wie ein Hut, der beeinflusst, wie wir uns sehen und wie wir von anderen erwarten, dass sie uns behandeln. Kommen Ihnen vielleicht diese Hüte bekannt vor?

Der unterwürfige Hut
'Etwas zu sagen, würde ohnehin nur Ärger bringen.'

Der defätistische Hut
'Das würde ich nie schaffen. Besser, ich versuche es gar nicht erst.'

Der Friede-Freude-Eierkuchen-Hut
'Ich tue einfach so, als sei alles in Ordnung. Dann wird niemand merken, wie schlecht es mir wirklich geht.'

Welchen Hut tragen Sie?

Mangelndes Selbstvertrauen ist wie mit angezogener Handbremse durchs Leben zu fahren."

(Anthony Gunn, Aufrecht durchs Leben)

 

Respekt

"Wie kann man verhindern, dass Menschen sich angesichts ungleicher Talente entmutigen lassen oder Ressentiments entwickeln?" Diese Frage steht auf dem Einband des Buches von Richard Sennett "Respekt im Zeitalter der Ungleichheit". Der erste Teil beginnt mit folgender Feststellung:

"Mangelnder Respekt mag zwar weniger aggressiv erscheinen als eine direkte Beleidigung, kann aber ebenso verletzend sein. Man wird nicht beleidigt, man wird aber auch nicht beachtet; man wird nicht als Mensch angesehen, dessen Anwesenheit etwas zählt.

Wenn die Gesellschaft die Mehrzahl der Menschen so behandelt und nur wenigen besondere Achtung schenkt, macht sie Respekt zu einem knappen Gut, als gäbe es nicht genug von diesem kostbaren Stoff. Wie viele Hungersnöte, so ist auch diese Knappheit von Menschen gemacht; aber im Unterschied zu Nahrungsmitteln kostet Respekt nichts. Insofern stellt sich die Frage, warum auf diesem Gebiet Knappheit herrschen sollte."

 

Ein paar Worte über die Liebe

Der französische Dichter Saint-Exupéry sagte, in der Sehnsucht nach Liebe sei längst schon Liebe. Viele Menschen bedauern und leiden daran, dass sie in sich so wenig Liebe spüren und sich nicht wirklich geliebt wissen. Sie bleiben oft in ihrem Schmerz stecken.

Da kann es heilsam sein zu wissen, dass die Sehnsucht nach Liebe längst schon Liebe ist. Diese Sehnsucht kann ich spüren. Ich brauche nur die Hand aufs Herz zu halten und in mich hinein zu horchen. Dann komme ich in Berührung mit meiner Sehnsucht; in ihr die Liebe wahrzunehmen, darum geht es. Sie ist bereits da, in mir. (Anselm Grün)

Von unschätzbarer Bedeutung beim Älterwerden ist die Freundschaft

Was bleibt, wenn ein Abschnitt -die Berufstätigkeit zum Beispiel- zu Ende geht? Für viele sind es "die Freunde, die ich gewonnen habe." Mit dem Freund verbinden mich kostbare Erinnerungen, mit ihm kann ich plaudern, bei ihm etwas loswerden - nur nicht zu viel, um ihn nicht zum Müllschlucker zu machen.

Vertrautheit ist die Schönheit der Freundschaft: Der Freund ist der Mensch, von dem ich nichts will und nichts erwarte, mit dem ich einfach nur gern zusammen bin, weil er so ist, wie er ist. Es macht mich froh, dass da einer ist, der mich mag und ich ihn, bei dem ich Verständnis finde und er bei mir.

Gelassenheit der Freundschaft: Selbstverständlich besteht auch die Freundschaft nicht immer nur aus reinem Glück, aber auf Probleme lässt es sich am besten antworten, wenn akzeptiert wird, dass es sie geben kann.

Alle Arten von Beziehung sind von Bedeutung für ein sinnerfülltes, gelassenes Leben, das wird mit zunehmendem Alter klarer.

(Auszug aus "Gelassenheit" von Wilhelm Schmid)

Mitgefühl empfinden und zeigen hält uns Menschen zusammen

Geteiltes Leid, doppelte Freude - das schafft nur das Mitgefühl. Es steckt uns in den Genen, braucht aber Vorbilder, Übung und immer wieder Auffrischung. Not erspüren, Bedürfnisse erkennen, Schmerz wahrnehmen, Trost spenden, Freude teilen - das sind die Elemente des Mitgefühls. Seine beiden Seiten, Mitleid und Mitfreude, sind zutiefst menschliche Emotionen. "Freude an der Freude und Leid am Leid des Anderen, das sind die besten Führer der Menschen", befand auch Albert Einstein. Ohne Mitgefühl würde das Zusammenleben nicht funktionieren.

Mitgefühl empfinden, ist uns angeboren - Die Fähigkeit, Emotionen anderer Menschen nachzufühlen, ist uns nach Erkenntnis der Wissenschaft in die Wiege gelegt. "Ob und inwieweit diese Fähigkeit aber in uns reifen kann, hängt von unserer Umgebung und unseren Vorbildern ab." (Dr. Udo Baer)

Kindheitserlebnisse prägen uns - Einfühlsame Eltern, die die Befindlichkeit des Kindes sensibel wahrnehmen und ihm zeigen, dass sie seine Bedürfnisse ernst nehmen, stehen Modell für die Entwicklung des Mitgefühls. "Wer dagegen schon früh im Leben Verachtung, Beschämung und Gewalt erfährt, stumpft ab. Das ist reiner Selbstschutz". (Dr. Udo Baer) Wie aber sollte jemand Mitgefühl mit anderen entwickeln, wenn er sich nicht einmal selbst fühlen kann?

Spiegelneuronen wecken unser Mitgefühl - Sie sorgen beispielsweise dafür, dass beim Anblick von Personen, die unter Schmerzen leiden, exakt die gleichen Gehirnregionen aktiviert werden, wie bei eigenen Schmerzen. Das gilt nicht nur für Emotionen, sondern auch für Handlungen. Wir "bibbern" ebenso mit, wenn der Artist atemberaubende Salti macht und spüren echten Ekel, wenn in einer TV-Show Kakerlaken über das Gesicht eines Schauspielers wandern. Unser Gehirn wandelt das, was wir sehen, um, in das, was wir in der gleichen Situation tun oder fühlen würden.

Mitfreude führt zu starkem Zusammenhalt - Nicht so sehr das Mitleid, sondern vor allem die Mitfreude ist für die Stabilität einer Partnerschaft bedeutsam. Das gilt analog auch für den dauerhaften Zusammenhalt in unseren Logen. Das Ende der Beziehung vermeiden zu können, hängt wesentlich davon ab, wie jeder von uns auf jene Momente reagiert, in denen es dem anderen besonders gut geht - weil die Beförderung endlich erreicht, der Kaufvertrag für das neue Auto unterschrieben oder der letzte Teil der Prüfung bestanden ist. Das Glück des anderen so zu feiern, als sei es das eigene, gibt dem Partner -der Schwester und dem Bruder- einen enormen emotionalen Auftrieb.

Mitgefühl empfinden: Ausreden lassen, ist ein gutes Training - Kann man Mitgefühl trainieren? Sicher, sagen die Buddhisten, es sei das Ziel aller Meditation. Doch auch im gewöhnlichen Beziehungsalltag ist es möglich - und oft nötig. Zuhören lernen, das ist entscheidend. Dazu gehört: den anderen anschauen, wenn er mich anspricht; ihn ausreden lassen; sich auf seine Sicht der Dinge einlassen, auch wenn sie der eigenen zuwiderläuft; nicht gleich den eigenen Standpunkt dagegen halten, sondern erst einmal die Position des anderen nachvollziehen und seine Argumente würdigen; auf das klassische "Ja, aber" verzichten - auch wenn es schwerfällt. Das will geübt werden. (Auszug "Apotheken-Rundschau" 22.01.1989)

Wir Odd Fellows haben das Mitgefühl zu einer unserer Maximen erhoben, indem wir betonen: "Dein Leid ist unser Leid, Deine Freude ist unsere Freude!"

Die Kraft von Hoffnung und Zuversicht

"Die Hoffnung aufzugeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preiszugeben." (Pearl S. Buck)

Menschen, die Hoffnung und Glauben haben, werden schneller gesund. Dabei ist unter dem Glauben nicht (nur) der religiöse Glaube zu verstehen.

Hoffnung äußert sich in unserer inneren Einstellung.

Wer sich hoffnungsvolle Gedanken macht, dass er selbst in seinem Leben Einflussmöglichkeiten hat oder ihm geholfen werden kann

Wie kann Hoffnung erlangt oder bewahrt werden?

(Nach Dr. Doris Wolf)

Absolut ruhig

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen uns Betriebsamkeit und Hektik einholen und wir manchmal nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht. Dann sollten wir ruhig ein- und ausatmen und uns vergegenwärtigen, warum wir uns um alles in der Welt so antreiben.

"Erfahrungen absoluter Ruhe, in denen Zeit und Ewigkeit zusammenfallen, können wir machen, wenn wir in der Betrachtung einer Blume, einer Landschaft, eines Gemäldes aufgehen. Wenn wir ganz im Schauen sind, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Schauer und Beschautem, dann fallen beide in eins zusammen. Und dann hört auch die Zeit auf.

Oder wir können solche Ruhe erahnen, wenn wir einen langsamen Satz von Bach oder Mozart hören, wenn wir ganz Ohr sind, uns von nichts ablenken lassen, ganz im Hören aufgehen. Dann berühren wir mitten in der Zeit die Ewigkeit, dann hört im Hören die Zeit auf. Manchmal geht es uns auch im Lesen so. Wir lesen ein Buch. Auf einmal berührt uns etwas. Wir können nicht weiter lesen. Wir bleiben stehen, ohne darüber nachzudenken. Wir sind einfach da!"

(Anselm Grün: Das kleine Buch vom wahren Glück)

Wachsen

Sehen wir auf uns selbst, hören wir in uns hinein. Sind das meine Möglichkeiten? Was fehlt mir? Was kann ich tun, um erfüllt zu sein? Was wollte ich schon immer mal machen?

Je weniger wir sollen und müssen, desto weniger Druck spüren wir. Äußere Ursachen sind nur bedingt für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich. Sie sind Auslöser oder Hindernisse, die eine andere Strategie, eine Veränderung und Anpassung erfordern.

Suchen wir bei uns selbst nach der Lösung! Vergleichen wir uns nicht immerzu mit den anderen, kehren wir vor unserer eigenen Tür, um sie einladend zu gestalten. Bringen wir die äußerlichen Dinge in unserem Leben in eine für uns angenehme Ordnung, dann passen wir auch unsere innere Haltung an. Neue Perspektiven schaffen neue Lösungen.

Tun wir das, wofür wir uns entscheiden, mit ganzem Herzen! Gehen wir offenen Auges und frohen Mutes unseren eigenen Weg. Und nehmen wir das Leben, wie es kommt. Denn alles hat seinen Sinn!

(Heute, hier, jetzt - ein Reiseführer durchs Leben)

Nähe, die gut tut

Einem heiteren Menschen kann man keine Angst einjagen. Er ruht in sich. Und so kann ihn nichts umwerfen. Wenn Du mit einem heiteren Menschen sprichst, dann kann sich auch Dein Inneres aufheitern, dann siehst Du auf einmal Dein eigenes Leben und Deine Umgebung mit anderen Augen. Es tut Dir gut, in der Nähe eines heiteren Menschen zu sein. Du weißt, wie niederdrückend Menschen sein können, die alles durch eine dunkle Brille sehen, die fixiert sind auf das Negative, das sie überall entdecken. Der heitere Mensch hellt Dich auf. Du fühlst Dich auf einmal leicht. Ich wünsche Dir die Begegnung mit viel Heiterkeit. 

Nach einem Text von Anselm Grün

Wollen und Haben

Wir Menschen neigen stark dazu, das zu ignorieren, was wir selbst haben und stattdessen das zu wollen, was wir nicht haben. Wenn ein Kellner im Restaurant ein wunderschönes Essen herbeiträgt und es vor uns abstellt, schauen wir vielleicht kurz auf den Teller, gucken uns dann aber gleich umso interessierter um, damit wir sehen können, was andere essen und was wir vielleicht verpassen.

Denken Sie stattdessen daran, dass andere vielleicht verpassen, was gerade vor Ihnen steht.

("Aufrecht durchs Leben gehen", Anthony Gunn)

"Wenn man anfängt, auf das zu achten, was man selbst hat und dafür dankbar ist, wird man anfangen, viel mehr wahrzunehmen."

(Oprah Winfrey)

Dankbarkeit

    
Hat die Menschheit  verlernt, zu danken? Dankbarkeit ist nicht einfach Optimismus, sondern der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

Zur Dankbarkeit kann man sich entschließen. Der entscheidende Schritt im Leben ist  der Entschluss, sie zu wagen. Dass man sich zur Dankbarkeit entschließen muss, mag für unsere Ohren zunächst merkwürdig klingen. Wir sind es meistens nicht gewohnt, uns willentlich zu Gefühlen zu entschließen. Dabei liegt hier eines der Geheimnisse erfolgreicher Menschen. Fachleute auf dem Gebiet der Motivation bestätigen uns, dass so viele Menschen deshalb nicht erfolgreich sind, weil sie die Notwendigkeit nicht erkannt haben, sich in bestimmten Situationen bewusst für oder gegen etwas zu entscheiden. Wer sich zur Dankbarkeit entschließt, verändert seine Denkart und seine Einstellung zum Leben.

Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder an das erinnern, was uns Gutes getan wurde. Schreiben Sie sich doch einfach einmal auf, was Ihnen Gutes widerfahren ist - ein gutes Mittel gegen unsere menschliche Vergesslichkeit.

Selbstverständlich bin ich im Laufe meines Lebens auch jenen begegnet, die von sich sagen, sie wären zeit ihres Lebens auf der Schattenseite des Lebens angesiedelt gewesen. Mit solchen Menschen über die Dankbarkeit zu sprechen, ist viel schwieriger. Sie brauchen ihre negativen Erfahrungen nicht schriftlich festzuhalten. Sie haben sie im Kopf behalten, mit dem genauen Datum, auch wenn die Ereignisse teilweise über sechzig Jahre zurückliegen! Leider ist das kein Einzelfall. Wir alle kennen Leute, deren Haltung dem Leben gegenüber nicht anders als mit dem Begriff "Undankbarkeit" umschrieben werden kann. Sie verschließen geradezu ihre Augen vor dem, "was ihnen Gutes getan wurde". (vergl. Psalm 103 1, 2)

Umso eindrücklicher sind für mich die vielen Männer, Frauen, die dankbar leben. Fast alle haben sich im Laufe ihres Lebens eine eigentliche "Freudenbiographie" erstellt. Das heißt nicht, dass jenen Menschen im Laufe ihres Lebens nur Gutes widerfahren sei. Der Hinweis auf die "Freudenbiographie" und das "Aufschreiben der Anlässe, an denen Ihnen Gutes widerfuhr", soll uns nicht auffordern, das Negative und Schwere in unserer Lebensgeschichte zu verdrängen, aber es leitet uns zu einer anderen Sicht an, wenn wir Rückschau halten auf unser Leben. Es kommt darauf an, durch welche Brille wir die Dinge betrachten. Mit anderen Worten ausgedrückt: Wichtig ist, wie wir die einzelnen Ereignisse anschauen, die unsere Lebensgeschichte ausmachen.

Am Schweren reifen wir - Die veränderte Sicht auf unser Leben, welche uns die Haltung der Dankbarkeit eröffnet, macht es uns überhaupt erst möglich, das Schwere in unserem Leben zu ertragen. Ja, viel mehr noch: Die Dankbarkeit erschließt uns erst den Sinn des Leidens. Denn es ist eine alte Weisheit, dass wir in der harten Schmiede der Entbehrungen und der Schmerzen viel nachhaltiger geformt werden, als in den lauen Winden des Wohlergehens und des Erfolgs. Wie sehr uns die Not und der Kummer prägt und reifen lässt, wird uns meist erst in der Rückschau deutlich.

Dankbar blicke ich auf das vergangene Jahr zurück. Alles, was uns geschehen ist, liebe Schwestern, haben wir gemeinsam durchgestanden. Das Jahr hat uns gezeigt, welche Kraft in uns steckt und dass wir für einander da sind.




Ich möchte Ihnen einen noch ganz jungen Weihnachtsbrauch vorstellen, der inzwischen allerdings schon zu einer recht weit verbreiteten Tradition geworden ist:

Das Friedenslicht.

Das Friedenslicht aus Bethlehem ist eine Aktion, die 1986 vom österreichischen Fernsehsender ORF ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen der Aktion Licht ins Dunkel unterbreitete eine Zuschauerin dem ORF-Landesstudio Oberösterreich die Idee, ein Licht als Symbol des Friedens an die Unterstützer der Aktion „Licht ins Dunkel“ zu verteilen.Seit Zugehörigkeit Österreichs zur Europäischen Union (1995) hat der österreichische Europa-Abgeordnete Paul Rübig diese Tradition ins Europaparlament nach Straßburg gebracht, wo er jedes Jahr diese Veranstaltung mit vielen Bürgern Europas feiert.

Das Licht wird in der Vorweihnachtszeit von einem österreichischen Kind in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Bethlehem entzündet und per Flugzeug der Fluglinie Austrian (die diese Aktion unterstützt) nach Wien gebracht. Im Flugzeug wird das Licht in einer explosionssicheren Lampe und von einem eigens geschulten Kabinensteward bewacht, zuvor passiert es die strengen Sicherheitskontrollen an der Grenze zu den Palästinensergebieten und am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. In Wien angekommen wird es nach einem Aussendungsgottesdienst weiter auf den Weg geschickt.

Mittlerweile ist das ORF-Friedenslicht in mehr als 30 europäischen Ländern zu einem neuen Weihnachtsbrauch geworden. In Österreich wird es am 24. Dezember in allen ORF-Landesstudios, auf vielen Bahnhöfen, Rotkreuz- und Samariterbunddienststellen, Kirchen, Feuerwehren von den Pfadfindern und von der Feuerwehrjugend verteilt.

Unmittelbar nach der Wende im Jahr 1989 hat das Friedenslicht aus Bethlehem erstmals vorher unüberwindliche Grenzen übersprungen. 10.000 Menschen begrüßten es auf dem Hauptplatz der tschechischen Stadt Budweis als Sinnbild der neuen Nachbarschaft und Verbundenheit. Es brannte an der geöffneten Berliner Mauer, und nach dem Fallen des Eisernen Vorhanges brachte es das oberösterreichische Friedenslichtkind mit einer Delegation des ORF aus Linz den neuen Nachbarn in Berlin und Thüringen.

1989 griff auch der Wiener Pfadfinderleiter Herbert Grünwald die Idee auf und organisiert seitdem jedes Jahr - samt Team - die Verteilung des Friedenslichtes an ausländische Pfadfinderdelegationen im Rahmen einer ökumenischen Lichterfeier in Wien.

Viele prominente Persönlichkeiten haben das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem als Weihnachtsgruß aus Österreich erhalten: Papst Benedikt XVI. , Papst Johannes Paul II., der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, Michail Gorbatschow, Vaclav Havel, König Hussein von Jordanien, EU-Kommissions-Präsident Romano Prodi, die Präsidenten des Europäischen Parlamentes, der Premierminister von Luxemburg Jean-Claude Juncker, die Bundespräsidenten der Republik Österreich Heinz Fischer und Thomas Klestil sowie die Kardinäle Franz König und Christoph Schönborn.

Nach Deutschland kommt das Licht mit dem Zug. Mit Erlaubnis der Deutschen Bahn AG und nur in einem genau festgelegten Zug in einem eigens hergerichteten Sicherheitsbehälter darf das Licht unter den Augen des Bahnpersonals seine Reise in den Norden antreten. Z.B. vom Hamburger Hauptbahnhof wird das Licht in eine Kirche in der Hansestadt und weiter in andere größere Städte gebracht, wo jeweils am 3. Advent die Aussendefeiern stattfinden.

Von dort aus wandert das Licht von den „Lichtboten“ in die Hände vieler Pfadfinder die sich daraufhin auf den Weg machen, das Licht zu verteilen. In Rathäuser und Krankenhäuser, zu den Armen, den Alten – und natürlich in die Kirchengemeinden. Wann und von wo Sie sich das Friedenslicht nach Hause holen können, finden Sie unter Opens external link in new windowwww.friedenslicht.de/vor-ort .

Seit dem Beginn dieser Aktion im Rahmen von "Licht ins Dunkel" im Dezember 1986 erinnert dieses Licht daran, dass bei der Geburt Jesu die Engel in Bethlehem vom Frieden für die Menschen auf Erden gesungen haben. Entscheidend ist aber, dass Millionen Menschen das ORF-Friedenslicht aus Bethlehem in Europa als Symbol des Weihnachtsfriedens annehmen, weitergeben und behüten.

 

Birte Kruse

Rebekkaloge Gottorpia

 

 

 

Odd Fellow Freundschaft über Grenzen hinweg

Wir alle sind in unserem Orden Mitglieder einer weltumspannenden Schwestern- und Bruderkette. Was das aber bedeutet, wird am besten deutlich, wenn persönliche Begegnungen stattfinden. So stand das vergangene Jahr für die Rebekka Loge Hanseatic im Zeichen von ausländischen Besuchen.

Schon im Jahre 2010 fassten wir den Beschluss, Kontakt zu einer niederländischen Rebekka-Loge aufzunehmen. Die Wahl fiel auf die De Toorts Rebekkah Loge No 24 in Winschoten. Schwester Edith Hutton knüpfte die Verbindung, und bald war klar, dass die Hanseatic Winschoten besuchen würde. Ein Vorgespräch mit den Schwestern Tjits Zwartsenbrug und Ria ten Have sowie Edith Hutton und Karin Schütt fand an einem sonnigen Tag auf halber Strecke in Oldenburg statt. Es ist ein ganz erstaunliches Gefühl, wenn sich noch unbekannte Schwestern gegenübertreten. Es ist eine warme Vertrautheit, ein Wissen um gleiches Gedankengut, eine Zusammengehörigkeit unmittelbar spürbar – Odd-Fellow-familiär.  

Der Besuch im September - wir waren zu elft - war ein besonderes Highlight. In welcher liebevollen, warmherzigen, freundschaftlichen Weise wir dort begrüßt, begleitet, bewirtet und auch verabschiedet wurden, hat auf uns alle einen tiefen Eindruck gemacht. Wie uns Schwester Ria danach schrieb:“ Das Band der Freundschaft ist geschlungen.“

Doch damit nicht genug. Im Juli schrieb Bruder Pekka Mäkinen an alle Hamburger Logen: „Wir sind vier Bruderlogen und drei Rebekka-Logen in Pori Finnland. Wir haben eine Reise nach Hamburg geplant und möchten gern Ihre Logen besuchen.“ Wir haben herzlich gern zugesagt und uns gefreut, am 10. November 13 Schwestern aus Finnland zu einem Logenabend mit anschließendem Schwesternmahl willkommen heißen zu können. Unser rituelles Schwesternmahl war den finnischen Schwestern nicht bekannt, gefiel ihnen aber offensichtlich. Sie sangen für uns das finnische Schwesternlied, und gemeinsam intonierten wir „Auld Lang Syne“. Die erste Zeile lautet „Should auld acquaintance be forgot“ und übersetzt: „Sollte alte Freundschaft (schon) vergessen sein“ und passte wunderbar zu der Stimmung, die uns umfing. „Kommt nach Pori“, winkten wir uns beim Abschied zu.

Bereits im Frühjahr hatte sich Bruder Gunnar Jivegård per Mail an uns gewandt und darüber informiert, dass eine Reihe von Schwestern und Brüdern eine Reise durch Deutschland und Dänemark planten und gern auch uns besuchen würden. Am 1.12. konnten wir im Rahmen einer Festloge 23 skandinavische –aus Schweden, Finnland und Norwegen- Schwestern bei uns begrüßen. Es war ein wunderbarer Abend, der beim gemeinsamen Mahl natürlich mit Lachen, einem bunten Gemisch aus deutsch, schwedisch, norwegisch und englisch und dem Austausch von Adressen einherging. Zu einem Gegenbesuch wurden wir herzlich eingeladen.

Es ist einfach großartig, Schwestern und Brüder ”all over the world” zu haben!

 

Karin Schütt
Rebekkaloge Hanseatic